Schleppender Rücklauf
4 000 weitere Jobs für Hartz IV

Um die Antragsflut bewältigen zu können, will die Bundesagentur für Arbeit nochmals 4 000 Mitarbeiter befristet beschäftigen. Nur so sei die pünktliche Auszahlung des Arbeitslosengeldes II zum Jahresanfang sicher zu stellen, heißt es dazu in Nürnberg.

HB BERLIN. In einem Schreiben an die Regionaldirektionen beziffert die BA-Zentrale den zusätzlichen Personalbedarf auf 4 000 Mitarbeiter. Bisher hatte die BA von bis zu 3 000 Mitarbeitern gesprochen, die notwendig seien, um einen Bearbeitungsstau bei den Anträgen zu verhindern. Die stufenweise Einführung der Software zur Datenerfassung „in Verbindung mit der derzeit nicht optimalen Rücklaufquote (der Anträge) bedingt bundesweit bis zu 4 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2004“, heißt es in dem Schreiben.

Eine BA-Sprecherin in Nürnberg räumte auf Anfrage ein, dass diese Personalplanung der letzte Stand sei. Man habe dies aber bisher nicht kommunizieren wollen, sagte sie. Die Auswahl der zusätzlichen Mitarbeiter laufe bereits. „Das Ziel ist, ab dem 4. Oktober zusätzliches Personal an Bord zu haben, damit die Schulungen rechtzeitig stattfinden können.“

Die Zahl der tatsächlich benötigten zusätzlichen Mitarbeiter sollen die Arbeitsagenturen vor Ort selbst festlegen. Sie sollen im Rahmen der Amtshilfe bei Bahn und Post, aber auch bei Bundes- und Landesministerien wie auch Kommunen ausgeliehen werden. Vor allem im Osten Deutschlands wird es der Sprecherin zufolge auch befristete Einstellungen geben.

Hintergrund sind der schleppende Rücklauf der Anträge und die verzögerte Einführung des neuen Computerprogramms zur Erfassung der Anträge. Bislang hat nur etwa ein Drittel der über zwei Mill. Bezieher von Arbeitslosenhilfe das Formular vollständig ausgefüllt zurückgeschickt. Die BA rechnet damit, dass die Anträge verstärkt in den letzten Monaten zurückkommen und zu einem Bearbeitungsstau führen könnten. Derzeit können die Anträge noch nicht einmal bearbeitet werden. Die neue Software zur Datenerfassung soll erst am 18. Oktober eingeführt und bis 25. Oktober bundesweit betriebsbereit sein. Ursprünglich sollte das Computerprogramm schon am 4. Oktober einsatzbereit sein. Zur Umsetzung der Hartz-IV-Reform, mit der zum 1. Januar 2005 das Arbeitslosengeld II die Arbeitslosen- und Sozialhilfe ersetzt, beschäftigt die BA derzeit bereits für ein Jahr befristet 3000 Beamte der Telekom-Auffanggesellschaft Vivento.

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