Schleswig-Holstein
Liebing tritt als Spitzenkandidat und Landesvorsitzender ab

Ingbert Liebing wurde erst im Juni zum CDU-Spitzenkandidaten gewählt. Nun hat er den Verzicht auf die Kandidatur verkündet. Auch bei der Neuwahl des Landesvorstandes will er nicht antreten.

KielÜberraschung an der Förde: Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat der CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing den Verzicht auf die Spitzenkandidatur verkündet. Auch bei der Neuwahl des Landesvorstandes am 19. November will der 53-Jährige nicht wieder kandidieren. Der Bundestagsabgeordnete zog damit am Freitag die Konsequenz aus schlechten Umfragewerten und innerparteilicher Kritik. Als Nachfolger schlug der geschäftsführende Landesvorstand Landtagsfraktionschef Daniel Günther (43) vor.

Nach der jüngsten Umfrage steht die CDU derzeit nur bei 26 Prozent (SPD 31 Prozent). Lediglich 9 Prozent sprachen sich für Liebing als künftigen Ministerpräsidenten aus, weniger als die Hälfte kannte ihn überhaupt. Liebing war erst im Juni mit 92 Prozent zum Spitzenkandidaten gewählt worden, obwohl es in der Partei seit langem Zweifel an seinen Führungsqualitäten gibt. Er gilt als eher blass. Seine im Vergleich zum Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD) schwachen Persönlichkeitswerte wurden von vielen Christdemokraten als Warnzeichen im Hinblick auf die Wahlchancen gewertet.

Trotz schlechter Umfragewerte für die CDU und sich selbst habe er gerade in den letzten Tagen viel Zuspruch erfahren, sagte Liebing. Diese Unterstützung sei ihm immer wichtig gewesen. „Aber sie reicht nicht aus, um die Durchschlagskraft zu erzielen, die für einen Wahlerfolg wichtig ist.“

Liebings designierter Nachfolger Günther sagte, ihm sei bewusst, dass die CDU in den sechs Monaten bis zur Wahl eine Menge vor sich habe. „Ich bin überzeugt, dass wir es hinbekommen, Regierungsverantwortung zu übernehmen.“

Der Landtag wird am 7. Mai nächsten Jahres neu gewählt. Zwei Umfragen in diesem Jahr sahen die jetzige Koalition aus SPD, Grünen und SSW (Südschleswigscher Wählerverband) mit einer Mehrheit.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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