
BERLIN. „Die Wahrheit über die HSH Nordbank wird bis nach der Wahl zurückgehalten“, sagte Marnette dem „Handelsblatt“. „HSH-Nordbank-Chef Nonnemacher selbst beziffert die Chance, dass die Bank im letzten Quartal dieses Jahres neues Geld braucht, auf 40 Prozent. Genauso wie im vergangenen Jahr wird es in diesem Jahr ein böses Erwachen im letzen Quartal geben.
Die Risiken im Kreditersatzgeschäft, im Immobiliengeschäft und bei der Schiffsfinanzierung sind ja bekannt“, sagte der ehemalige Wirtschaftsminister: „Es gab für Peter Harry Carstensen schon früher genügend Gründe, die Koalition platzen zu lassen – zuletzt bei den Haushaltsverhandlungen, die sich mit der SPD schwierig gestalteten. Zum jetzigen Zeitpunkt aber gab es keinen erkennbaren Grund. Das ist reine Wahlkampftaktik."
Marnette war Ende März aus Protest gegen das Krisenmanagement von Carstensen bei der HSH-Nordbank zurückgetreten. Scharf griff Marnette HSH-Nordbank-Chef Nonnenmacher an. „Dass Herr Nonnemacher, der in den entscheidenden Jahren die Weichen für die katastrophale Entwicklung bei der HSH Nordbank mit gestellt hat, jetzt, wo die Bank Hilfen der Steuerzahler in Anspruch nimmt, auf seine Bonizahlungen besteht, ist ein Skandal ersten Ranges“, sagte Marnette. „Nonnenmacher schmeißt bei der HSH-Nordbank 1100 Leute raus und kassiert Boni –wie wollen Sie Bankmitarbeiter da für ihre Arbeit motivieren? Dass führende Politiker im Präsidialausschuss der Bank dies genehmigen, übersteigt meine Vorstellungskräfte“, so der CDU-Politiker
Marnette betonte, dass die Bilanzsumme der Bank die Haushalte der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg um das Zehnfache übersteige, die Risiken für die an der Bank beteiligten Länder also erheblich seien.