Schleswig-Holstein
Tourismusabgabe statt Kurtaxe

Weg mit der Kurtaxe, her mit der Tourismusabgabe. Anstelle der Gäste sollen in Schleswig-Holstein künftig Vermieter für saubere Strände und gepflegte Parks zahlen. Das Echo auf diesen Vorstoß ist geteilt.
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LübeckSeit Jahren wird über Sinn und Unsinn der Kurtaxe in deutschen Ferienorten diskutiert. Das Urlaubsland Schleswig-Holstein will jetzt den Stier bei den Hörnern packen und die ungeliebte Gebühr durch eine allgemeine Tourismusabgabe ersetzen. Langfristiges Ziel soll die Abschaffung der Kurtaxe sein. So weit wollen die Nachbarländer Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen nicht gehen, doch auch dort wird gibt es Überlegungen, wie man die Finanzierung des Tourismus auf mehr Schultern verteilen kann.

Zahlen soll langfristige nicht mehr der Gast, sondern der Unternehmer, der vom Gast profitiert. Neben Hoteliers, Vermietern von Ferienwohnungen und Gastronomen können das auch Einzelhandelsgeschäfte und Betriebe in Tourismusorten sein, die den Gästen einen großen Teil ihres Umsatzes verdanken. „Ich halte das für eine bestechende Idee, weil ein Land ohne Kurtaxe die beste Werbung für die Tourismusbranche wäre“, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD), der im Land zwischen den Meeren auch für den Tourismus zuständig ist.

In erster Linie gehe es jedoch darum, den Kommunen mehr Geld für die Stärkung und Förderung des Tourismus zur Verfügung zu stellen, sagte Meyer. „Dazu dient im ersten Schritt die geplante Tourismus-Abgabe, die eben nicht beim Gast ansetzt, sondern bei denen, die auch vom Tourismus profitieren, den Betrieben“, sagte er. Sollte Meyers Traum von Stränden ohne Kurtaxhäuschen in Erfüllung gehen, wäre Schleswig-Holstein das erste Bundesland, das auf diese direkte Form der Abgabe verzichtet.

Bislang dürfen in Schleswig-Holstein 185 anerkannte Kur- und Erholungsorte von ihren Gästen Kurtaxe kassieren. Deren Höhe variiert von Ort zu Ort, je nach Saisonzeit liegt die Spanne im Land nach Angaben des Tourismusverbandes zwischen einem Euro und 3,50 Euro. Außerdem dürfen Kurorte von Unternehmen, die vom Tourismus profitieren, schon jetzt eine sogenannte Fremdenverkehrsabgabe erheben. Diese soll künftig Tourismusabgabe heißen und in mehr deutlich mehr Gemeinden erhoben werden dürfen.

Kommentare zu " Schleswig-Holstein: Tourismusabgabe statt Kurtaxe"

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  • Bei Niedersachsen und Schleswig Holstein ist es ganz einfach:
    Weiterfahren nach Dänemark, da gibt's m.W. so einen Blödsinn nicht (war zumindest so, als ich das letzte Mal da war).
    Es reicht allmählich mit den Abgaben!

  • Übersetzt heißt das: Noch mehr sinnfreie Investitionen wie unrentable Spassbäder, Tourismuswerbung die keiner braucht, Fahrradwege ins Nirgendwo und eine Haufen hochbezahlte Frühstücksdirektoren mit Parteibuch. Da freut er sich der Bürger, der zahlen darf

  • Warum soll es den Orten mit einem gepflegten Strand nicht freigestellt sein eine "Strand"-Abgabe zu erheben?
    Natürlich auch z.B. den Großstädten mit einer guten öffentlichen Infrastruktur, eine gleichartige "Nahverkehrs"-Abgabe?!
    USW.

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