Schleudersitz-Probleme: Luftwaffe behält sämtliche Eurofighter am Boden

Schleudersitz-Probleme
Luftwaffe behält sämtliche Eurofighter am Boden

Die Bundeswehr behält alle Kampfjets vom Typ Eurofighter am Boden. Grund seien noch nicht eindeutig geklärte Probleme beim Schleudersitz, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Dem vorhergegangen ist nach Medienberichten ein tödlicher Unfall in Spanien.
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HB BERLIN. Die Bundeswehr hat den Flugbetrieb mit dem EADS-Kampfjet Eurofighter wegen technischer Schwierigkeiten ausgesetzt. Grund seien noch nicht eindeutig geklärte Probleme beim Schleudersitz, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstag in Berlin.

Es handle sich um eine Sicherheitsmaßnahme, da unter bestimmten Bedingungen das einwandfreie Funktionieren des Schleudersitzes bei einem Notausstieg nicht gewährleistet sei. Die Ursachen würden derzeit in enger Zusammenarbeit mit der Industrie untersucht.

Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" ist Anlass für die Überprüfungen ein töflicher Unfall mit einem Eurofighter in Spanien Ende August.

Wann die Eurofighter wieder abheben dürfen, lasse sich noch sagen, erklärte der Sprecher. Der Flugbetrieb sei am Mittwoch eingestellt worden. Die Überwachung des deutschen Luftraums, für die normalerweise auch Eurofighter eingesetzt werden, sei jedoch sichergestellt. Eine Alarmrotte mit Phantom-Jets sei noch am Mittwoch von Wittmund nach Neuburg verlegt worden, wo gewöhnlich Piloten mit Eurofightern in Bereitschaft sind.

Die beiden Alarmrotten in Wittmund und Neuburg an der Donau sichern den Luftraum über Deutschland. Sie steigen binnen 15 Minuten auf, wenn zu einem Flugzeug kein Funkkontakt hergestellt werden kann, es seine Flugroute verlässt oder in gesperrten Luftraum eindringt. Ist die Sicherheitslage angespannt, wird die Reaktionszeit auf bis zu fünf Minuten verkürzt - dann warten die Piloten mit ihren Kampfjets bereits auf der Startbahn. In Afghanistan setzt die Bundeswehr lediglich Tornado-Jets ein.

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