Schleyer-Ermordung
Bundesanwaltschaft prüft neue Vorwürfe

Vor 30 Jahren wurde der ehemalige Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer ermordet. Doch noch steht nicht fest, wer tatsächlich die tödlichen Schüsse abgab. Zumindest verfolgt die Bundesanwaltschaft jetzt eine neue Spur.

HB KARLSRUHE. Fast 30 Jahre nach der Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer geht die Bundesanwaltschaft neuen Hinweisen nach. Eine Behördensprecherin bestätigte am Samstag in Karlsruhe, dass eine Aussage des ehemaligen RAF-Terroristen Peter-Jürgen Boock „geprüft“ werde. Boock hatte in einem ARD-Interview seine ehemaligen RAF-Komplizen Stefan Wisniewski und Rolf Heißler beschuldigt, die tödlichen Schüsse abgegeben zu haben. Bislang ist unbekannt, welches RAF-Mitglied Schleyer im Oktober 1977 nach 45 Tagen Entführung ermordet hat.

Derzeit läuft wegen der Schleyer-Ermordung nur ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt. Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Petra Kneuer, sagte, wenn sich konkrete Anhaltspunkte für einen Anfangsverdacht gegen bestimmte Personen ergäben, könnten die Ermittlungen ausgeweitet werden. Schleyer war im September 1977 von einem Kommando der Roten Armee Fraktion (RAF) entführt worden, die Gesinnungsgenossen aus der Haft freipressen wollte. Nach dem Selbstmord von drei RAF-Häftlingen wurde er erschossen.

Boock sagte in dem Interview für die ARD-Dokumentation „Die RAF“ auf die Frage nach den Schleyer-Mördern: „Es waren zwei Kommandomitglieder, Rolf Heißler und Stefan Wisniewski.“ Er selbst gab angeblich zusammen mit Brigitte Mohnhaupt per Fernschreiben den Auftrag zur Ermordung. An der Glaubwürdigkeit Boocks hatten Experten allerdings immer wieder Zweifel geäußert.

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