Schlichtungsgespräch
Experten sehen Kosten für Stuttgart 21 im Rahmen

Gegner des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 werfen der Deutschen Bahn seit Wochen vor, die Kosten falsch kalkuliert zu haben. Die Wirtschaftsprüfer, die heute als Experten zum Schlichtungsgespräch geladen waren, sehen das anders. Ihrer Einschätzung nach bewegen sich die Berechnungen im Kostenrahmen.
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HB STUTTGART. "Die 4,088 Milliarden Euro sind optimistisch, die Risiken sind nicht einfach", sagte Hans-Henning Schäfer von der Märkischen Revision bei der siebten Schlichtungsrunde am Freitag in Stuttgart. Vor allem bei gewünschten Einsparungen bestünde das Risiko, ob sie überhaupt realisiert werden könnten. Die Deutsche Bahn hatte sich selbst eine Kostengrenze von 4,526 Milliarden Euro gesetzt, mit der der Umbau des denkmalgeschützten Kopfbahnhofs in einen Durchgangsbahnhof bis 2020 finanziert werden soll. Derzeit gebe es noch keine konkreten Hinweise, dass die Gesamtfinanzierung nicht ausreichend bemessen sei, hätten alle drei Prüfer festgestellt, sagte Klaus-Dieter Witteler von PriceWaterhouseCoopers.

DB-Vorstandsmitglied Volker Kefer sagte, die aktuelle Kostenkalkulation berücksichtige alle Erkenntnisse aus den Planfeststellungsverfahren und baue auf der aktuellen Entwurfsplanung auf. "Über die Kostenkalkulation von 4,088 Milliarden Euro hinaus ist ein Risikopuffer von 438 Millionen Euro verfügbar", sagte Kefer. Das Staatsunternehmen trage mit 40 Prozent den größten Anteil an der Finanzierung. Entschlösse man sich aufgrund des starken Protestes aus der Bevölkerung zu einem Ausstieg, lägen die Kosten bei rund 2,9 Milliarden Euro. Kefer nannte erstmals auch konkrete Einspar- und Optimierungspotenziale in Höhe von 900 Millionen Euro, darunter bessere Preiskonditionen bei Material oder geringere Grundstückspreise.

Der Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Winfried Kretschmann, warnte hingegen vor weiter steigenden Kosten. "Wir brauchen nochmal eine Milliarde Euro mehr", sagte Kretschmann. Erhebliche Nachbesserungen seien erforderlich. So müsste der achtgleisige Durchgangsbahnhof eventuell um zwei weitere Gleise erweitert werden. "Nutzen und Kosten stehen in keinem vernünftigem Verhältnis. Es kann ein Desaster werden." Seit Monaten gibt es starke Widerstände in der Bevölkerung in Baden-Württemberg.

Der zur Deeskalation eingesetzte Schlichter Heiner Geißler (CDU) will zum Abschluss der in ihrer Form einzigartigen Schlichtung am Dienstag Verbesserungsvorschläge vorstellen. Der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hatte diese Woche erklärt, alles was unter der Einstellung des Vorhabens liege, könne aufgegriffen und eingearbeitet werden.

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