Schlüssel liegt in individueller Förderung
Wirtschaft lehnt Abschaffung der Hauptschule ab

Die Wirtschaft hat die Forderung von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) nach Abschaffung der Hauptschule zurückgewiesen. Der Ruf nach Abschaffung "führt am Thema vorbei", sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

HB BERLIN. Die Wirtschaft klagt zwar seit langem über die schlechte Ausbildung der Schulabgänger. Die "altbekannte und ideologisch festgefahrene Schulstrukturdebatte" nähre aber "den Irrtum, damit würden die Probleme schwächerer Schüler gelöst", so Braun. Der Schlüssel liege vielmehr in der individuellen Förderung der Potenziale der einzelnen Kinder. PISA zeige: "Die deutsche Schule ist relativ gut im Mittelmaß, sie fördert aber weder die schwächeren noch die stärkeren Schüler so, wie sie es brauchen. Wir müssen deshalb Schulen und Lehrer in die Lage versetzen, selbstständig und kreativ vor Ort individuelles Lernen und Fördern zu organisieren."

Bulmahn hatte ihre Forderung mit dem Pisa-Ergebnis begründet, wonach jeder fünfte 15-Jährige zur Risikogruppe gehört, die nicht genügend Rüstzeug für eine Ausbildung oder den Berufseinstieg mitbekommen habe. Zudem habe es nur in den Gymnasien Fortschritte gegeben, in den Hauptschulen hingegen habe sich seit Pisa 2000 nichts getan. Bulmahn forderte zudem eine längere gemeinsame Schulzeit, wie sie in allen erfolgreichen Pisa-Nationen üblich sei. Die Kultusminister hingegen bemühen sich, jede ideologische Debatte um die Schulstruktur zu vermeiden und Reformen jedem Land zu überlassen.

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