Schlussstrich unter dem Tarifkonflikt
Ost-Metall: 38-Stunden-Woche wird festgeschrieben

Vermutlich noch bis 2007 wird die 38-Stunden-Woche Bestand in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie haben. Nach dem gescheiterten Streik für die 35-Stunden-Woche hat sich die IG Metall mit den meisten Ost-Arbeitgeberverbänden darauf verständigt, die heutige Regelarbeitszeit auf vier Jahre hinaus festzuschreiben.

HB BERLIN. Entsprechende Informationen des „Tagesspiegels“ wurden am Dienstag von Seiten der Tarifpartner bestätigt. Widerstand gibt es noch bei den sächsischen Arbeitgebern. Sie bestehen auf einer Laufzeit bis 2008.

Mit der Festschreibung der Regelarbeitszeit würde fünf Monate nach dem Ende des vierwöchigen Streiks ein Schlussstrich unter den Tarifkonflikt gezogen. Die IG Metall hatte in diesem Jahr ursprünglich einen Stufenplan zur Einführung der 35-Stunden-Woche auch im Osten durchsetzen wollen, war damit aber gescheitert. Damit arbeiten die die knapp 300 000 Ost-Metaller immer noch drei Stunden länger als ihre Kollegen im Westen.

Die IG Metall wollte nun zumindest erreichen, dass die 38-Stunden- Woche lediglich bis 2005 festgeschrieben wird. Dazu fanden in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche auf Arbeitsebene statt. Offiziell verhandelt wurde nicht. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen sind sich beide Seiten weitgehend einig, die gekündigten Manteltarifverträge mit einer Laufzeit bis 2007 wieder in Kraft zu setzen. Nur der Verband der sächsischen Metall- und Elektroindustrie besteht auf einer Laufzeit bis 2008.

Das Thema soll bis zum Beginn der neuen Tarifrunde vom Tisch sein. „Wir erwarten ein Ergebnis in den nächsten Tagen“, sagte der Sprecher des IG-Metall-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen, Bernd Kruppa. „Alle sind sich einig, dass wir die Wochenarbeitszeit nicht zum Gegenstand der nächsten Lohnrunde machen wollen.“ Auftakt der neuen Verhandlungen soll am 15. Dezember sein, zunächst in Baden- Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Kurz darauf soll auch im Osten wieder verhandelt werden.

Trotz der schweren Streikniederlage wird der ostdeutsche IG- Metall-Bezirksleiter Hasso Düvel auch in der neuen Tarifrunde für die Gewerkschaft am Verhandlungstisch sitzen. „Düvel ist und bleibt Bezirksleiter“, sagte Kruppa. Der Gewerkschaftsfunktionär hatte zwischenzeitlich angedeutet, sein Amt zum Jahreswechsel zur Verfügung zu stellen. Düvel ist ein enger Vertrauter von IG-Metall-Chef Jürgen Peters, der ebenfalls maßgeblich an dem Streikdebakel beteiligt war.

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