„Schmarrn“
CSU rudert bei umstrittener Forderung zurück

Selbst in den eigenen Reihen ist die Empörung groß: Zuwanderer sollen auch daheim in der Familie Deutsch sprechen, hatte die CSU gefordert. Nun schwächt sie ihren Antrag ab. CDU-Chefin Merkel will erst einmal abwarten.
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MünchenDie CSU will ihre Forderung abschwächen, Zuwanderer sollten in der Familie Deutsch sprechen. „Es muss jeder zu Hause sprechen können, wie er möchte“, sagte CSU-Vize Peter Gauweiler am Montag vor der Sitzung des Parteivorstands in München.

Der umstrittene Satz im Leitantrag für den Parteitag Ende der Woche in Nürnberg müsse umformuliert werden. Auch die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, sagte: „Wir müssen uns über die Formulierung noch etwas Gedanken machen.“

Im bisherigen Entwurf für den Leitantrag heißt es: „Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zu sprechen.“ Der Satz hatte bundesweit Empörung ausgelöst, selbst in den Reihen der CSU.

Der Grundgedanke des Antrags sei richtig, sagte Hasselfeldt. „Es ist unbestritten, dass Sprache für Integration das Allerwichtigste ist.“ Die Aufforderung, in der Familie Deutsch zu sprechen, will Hasselfeldt nicht als Pflicht, sondern als „Motivation und Anregung“ verstanden wissen. „Nicht alles, was wünschenswert ist, muss in ein Gesetz mit Vorschriften und Kontrolle münden.“ Man wolle vielmehr eine Diskussion in der Öffentlichkeit anstoßen.

Generalsekretär Andreas Scheuer betonte, der Leitantrag bleibe in seiner Grundausrichtung bestehen: „Sprache ist der Schlüssel für eine gelungene Integration.“ In der Partei habe man den Antrag bereits breit diskutiert, auch der Integrationsbeauftragte Martin Neumeyer habe die Formulierung vorab erfahren. Neumeyer hatte den Vorschlag in der „Süddeutschen Zeitung“ als „Schmarrn“ bezeichnet.

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  • Man bekommt ohnehin den Eindruck, Menschen aus einem bestimmten Land pflegen eine Kultur des bewußten Beleidigtseins. "Hallo Bruder, wurdest Du heute auch schon beleidigt?" "Ja, voll krasse ey, der Antrag auf Wohngeld war voll auf deutsch!" Von mir aus können sie beleidigt sein, wie sie wollen, das macht mir nichts aus. Das Problem ist, daß es hier viele Gutmenschen gibt, die meinen, daß dieses Beleidigtsein zurecht existiert und daß man etwas dagegen tun müßte und den Beleidigten gebratene Tauben in den Mund stecken soll. Muß man nicht, man kann die Beleidigten und ihr Beleidigtsein auch einfach ignorieren. Die sollen aus ihrer gemütlichen Schmollecke herauskommen, sich anstrengen, deutsch lernen, sich integrieren, den Erdogan einen guten Mann sein lassen und wieder nach Hause fahren. Und bei der Retoure bitte Fatima R. mitnehmen.

  • Die CDU/CSU = Regierung will das Ausländer in der Familie deutsch reden. Was ist mit unserer Zweisprachigkeit? Und was machen die Politiker/Politik, Ämter, Gemeinwesen, Behörden usw.?? Sie wollen unbedingt, das diese Leute nicht in deutsch in Deutschland verkehren. Jeden Schriftverkehr, Mitteilungen, Anweisungen bringen Sie in 100 Sprachen heraus und versenden die Formulare/Aushänge. Warum sollen also Ausländer in Deutschland deutsch reden/schreiben usw.??????

  • @ Herr Wulf BAER

    Sie schreiben :
    @carlos.
    Sagen Sie uns doch bitte einmal, was Sie in dem Land, aus dem Sie kommen, an Sozialhilfen bekommen würden und was ein Deutscher in Ihrem Heimatland an Sozial-Hilfe erhalten würde.

    ----
    ----

    Obwohl ich nichts von dem Land wissen will wo ich her komme...

    wird dort auch niemanden gesagt dass man sich integrieren soll...

    wird dort niemanden ausgerechnet dass wenn man sich integriere man dann bessere Chancen hätte...

    und dort wo ich herkomme ( PORTUGAL ) dürfen sogar RUSSEN in die EU herein durch Portugal da wenn diese eine Wohnung und einen Arbeitsvertrag nachweisen können ...diese dann sogar in Portugal arbeiten und Leben dürfen wie ein EU Mitglied...

    und ( wozu ich auch dagegen bin ) wenn Sie eine Immobilie in Spanien für eine Million € erwerben dann erwerben sie automatisch die Staatsangehörigkeit...

    oder wenn Sie in Portugal Arbeitsplätze beschaffen erhalten sie ebenso die portugiesische Staatsangehörigkeit.

    WER WILL SOZIALABGABEN ?...ich habe 30 Jahren eingezahlt und bekomme jetzt weniger als die Sozialhilfe-Bezieher die zu derer Zeit wo ich einzahlte bezogen haben.

    damals gab es Farbfernseher...Kleidergeld...Mutter und Kind Urlaub... alles auf kosten der Sozialhilfe...

    und ich habe da nie gemeckert dagegen.

    Anfangs habe ich 1000 DM monatlich netto verdient und Sozialhilfe für nichts tun war 1200 DM.

    Bin damals von Arbeitslosen ausgelacht worden.

    Wenn Sie in eine Versicherung einzahlen und diese Versicherung dann benötigen dann wollen Sie es auch bekommen.

    Menschen die nie in Deutschland in die Rente oder arbeitslosen Kassen eingezahlt haben...
    haben zu damalige zeit mehr vom deutschen Staat erhalten als ich heute nach 30 Jahren einzahlen.

    WER WILL SOZIALHILFE ? - ICH NICHT !!!

    Aber finden Sie mal heute als über 40 noch einen regulär bezahlten Arbeitsplatz.

    Nicht einmal mehr als 400€-Jobber beim MC Donalds bekommen Sie einen Job.

    Soll ich jetzt froh sein ???

    Oder mich mit Drittländer vergleichen ???

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