Schmidt auf Abschiedstour in Paris
Rüffel des Altkanzlers für Barroso & Co.

Helmut Schmidt hat bei einem Paris-Besuch seinen Unmut über den Zustand der EU zum Ausdruck gebracht. Insbesondere Barroso bekam sein Fett ab. Der deutschen Politik gab er ein politisches Gebot mit auf den Weg.
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ParisMit einer wehmütigen Note eröffnete Helmut Schmidt den Abend in der deutschen Botschaft in Paris, der ihn noch einmal mit seinem französischen Partner Valéry Giscard Giscard d'Estaing zusammenbrachte: „Dies ist mein letzter Besuch in Paris, ich bin 94 Jahre alt und auf einer Abschiedstour.“ Wer aber auf ein umfassendes Vermächtnis, eine europäische Vision hoffte, wurde vom Altkanzler enttäuscht.

Schmidt blieb seinem Lieblingsspruch treu, dass zum Arzt gehöre, wer Visionen habe. Doch eine Verhaltungsmaxime gab er allen deutschen Politikern am Ende seines anderthalbstündigen Gesprächs mit Giscard d’Estaing mit auf den Weg: „Nie etwas gegen Frankreich entscheiden, weder bei großen noch bei kleinen Fragen.“ Dieser Respekt vor dem wichtigsten Partner habe sein Verhalten seit 1969 geprägt, „und Valéry hat es genauso gehalten.“

Moderator Ulrich Wickert hatte seine liebe Mühe, die beiden Großmeister der deutsch-französischen Beziehungen auf das Thema „Europa 2030“ zu leiten. Weder Schmidt noch Giscard zeigten große Lust, sich als Orakel zu betätigen, sprachen lieber über die historischen Herausforderungen wie den Aufstieg Chinas und Europas schwache Demographie.

Immerhin: Frankreichs Ex-Präsident, der an diesem Abend redseliger war als der Altkanzler, entwarf einen eigenen Plan für die politische Integration. Ganz der französischen Tradition entsprechend schlug er vor, neben der EU ein integriertes Europa zu schaffen, das seine Form vor allem in einer engeren Kooperation der Regierungen finden solle. Einmal im Monat sollten sich die Chefs treffen und alles Wichtige besprechen. Demokratische Kontrolle müsse natürlich auch sein – ein bisschen: „Vertreter der nationalen Parlamente können sich in einer neuen Kammer zusammenfinden, drei bis viermal im Jahr, das reicht.“

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„Der jetzige EU-Kommissionspräsident taugt auch nichts“

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  • An SANTOS und Magritt11788: Offensichtlich wissen SIE beide nicht, daß in 80ger Jahren die Parole der DEUTSCHEN!! Politik war: DEUTSCHLAND ist ein Hi-Tech LAND: Wir produzieren die Ingenieure und die Produktion erledigen
    Asiaten und Inder. Die Quittung haben wir jetzt.

  • Helmut Schmidt irrt sich ganz gewaltig - oder er sagt nicht, was er wirklich denkt! Der Zusammenbruch der Binnenmärkte in den Südstaaten mit den zu besichtigenden Folgen wie Arbeitslosigkeit, höhere Sozialausgaben UND höhere Defizite, erst hervorgerufen durch diese absurde Austeritätspolitik, WIRD zu Aufständen führen. Frankreich geht bergab, und das in großen Schritten. Wenn ein Volk auf die Barrikaden geht, dann das französische. Über Spanien, Portugal oder Griechenland wird ja nicht berichtet. Ich vermute, man will uns "beschützen" und uns unseren Schlaf nicht rauben. Der "Weltökonom" Schmidt sagt überhaupt nichts zu den Handelsungleichgewichten und die Verantwortung auch Deutschlands, das erst in dieses Desaster geführt hat. Europa hat fertig - ob wir jetzt Barroso austauschen oder nicht ist zweitrangig! Solange diese Politik fortgesetzt wird, ist das Scheitern der Währungsunion sicher. Dass er die sehr berechtigte Frage Grossers "abkanzelt" zeigt mir, dass er eigentlich weiß, dass der Baum schon litcherloh brennt. Schmidt mag alt sein, aber ein Idiot ist er nicht. Er wird nicht zusätzlich und vorsätzlich Stimmung gegen diese Politik machen indem er die Situation der Eurozone so darstellt wie sie ist, weil er das für nicht verantwortbar hält. Er weiß genau, dass er gehört wird. Also, ich denke man sollte darauf achten, was Schmidt NICHT gesagt hat!
    LG Traumschau

  • Der Greis leidet doch an Wahrnemungsstörungen. Ist ja aber nichts Seltenes im Sozen Lager.

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