Schmidt, Schröder, Grillo, Heino : Promi-Protest gegen Pegida

Schmidt, Schröder, Grillo, Heino
Promi-Protest gegen Pegida

Die Liste reicht von den SPD-Altkanzlern über Minister, Musiker, Schauspieler und Unternehmer: Zahlreiche Prominente sagen in einem Appell „Nein zu Pegida“. Ihr Anliegen: Flagge zeigen für ein weltoffenes Deutschland.
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Berlin50 Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, darunter die Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) und Gerhard Schröder (SPD), haben sich in einem Appell gegen Pegida, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz ausgesprochen. Der „Bild“ sagte der 96-jährige Schmidt: „Die Pegida-Proteste appellieren an dumpfe Vorurteile, an Fremdenhass und Intoleranz. Doch das ist nicht Deutschland.“ Deutschland müsse weltoffen und tolerant bleiben.

Gerhard Schröder bekräftigte seine Forderung nach einer Neuauflage des einst von ihm selbst initiierten „Aufstands der Anständigen“: „Den brauchen wir auch heute“, sagte er der Zeitung. Schröder betonte, es sei gut, „dass die demokratischen Parteien und die Kirchen eine klare Position gegen Pegida gefunden haben“.

Pegida steht für die Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Sie hat vor allem in Dresden Zehntausende Menschen zu Demonstrationen auf die Straße gebracht – am Montag waren es mit 18.000 so viele wie noch nie. 4000 Bürger stellten sich ihnen entgegen.

Auch in zahlreichen anderen Städten gingen Tausende für ein weltoffenes Deutschland auf die Straße. Rund 10.000 Münsteraner setzten ein Zeichen für Toleranz. In Köln verzichteten die Pegida-Anhänger angesichts der großen Menge an Gegendemonstranten auf ihren Marsch. Aus Protest gegen die Kundgebung wurde in der Stadt am Rhein unter anderem die Beleuchtung des weltberühmten Doms ausgeschaltet.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte in seinem Statement für die „Bild“: „Parolen ersetzen keine Fakten: Deutschland braucht Zuwanderer. Und wir müssen ein Herz haben für Flüchtlinge in Not.“ Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte: „Pegida schadet nicht nur unserem Land, es wirft auch ein schlechtes Bild auf Deutschland im Ausland.“

Ähnlich äußerten sich auch andere Politiker, Wirtschaftsvertreter und Künstler. Heino lehnt Pegida schon „aus Anstand“ ab. Der Manager der Fußball-Nationalelf, Oliver Bierhoff, erklärte: „Wir sind Weltmeister geworden mit vielen Spielern, die einen Migrations-Hintergrund haben. So selbstverständlich wie wir in der Nationalelf Integration leben, so sollte es auch in der Gesellschaft funktionieren.“

Auch der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, sprach sich ebenfalls deutlich für Zuwanderung aus. „Deutschland tut qualifizierte Einwanderung richtig gut.“ Gegen jede Fremdenfeindlichkeit müsse vorgegangen werden. Airbus-Group-Chef Tom Enders betonte die „multinationale Vielfalt“ als große Stärke, Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte: „Es ist unsere moralische Verantwortung, in Not geratenen Flüchtlingen zu helfen“.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Weltoffen für ;örder? Warum sollen alle Mörder nach Deutschland kommen. Dies ist also unsere Zukunft: Deutschland ein Paradies von Mördern, wie unsere Politiker und Kirchen es wollen. Dies ist Kulturbereicherung! Nur warum bekämpft man dann das 3. Reich und stellt die Greisen heute vor Gericht, wenn man Mörder unbedingt haben will? Wieso sind unsere Kirchen für ihren eigenen Tod und weigern sich zu missionieren in Islamstaaten?

  • In Deutschland gibt es keine Meinungsfreiheit. Friedliche Deutsche, die einfach zu Recht die Nase voll haben von kostspieligen Scheinasylanten und Abschaffung christlicher Bräuche und Symbole, werden von altem und neuem Politik-Estblishment, Springer-Presse und Kirchen niedergemacht. Angemeldeten und zugelassenen Versammlungen der PEGIDA wird das Licht abgeschaltet. Das ist glatter Rechtsbruch von Staats wegen. Unfassbar, was hier geschieht. Mit Sicherheit haben die PEGIDA-Gegner deren äußerst vernünftiges Positionspapier noch nicht einmal gelesen. Hoffentlich sind Hunderttausende Kirchenaustritte und massive Wählerabkehr von den etablierten Parteien nun die Quittung. Die Bürgerrechte werden in diesen Tagen in Deutschland mit Füssen getreten, und der Staat hilft in vorderster Front dabei mit. Ich bin fassungslos, was hier vor sich geht.

  • Geht es momentan nicht so ein bißchen nach genaudeisem Motto?

    "Wenn wir irgendetwas beim Nationalsozialismus anerkennen, dann ist es die Tatsache, daß ihm zum erstenmal in der Politik die restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit gelungen ist."

    Kurt Schumacher (1895-1952), deutscher Politiker und Patriot

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