Schmiergeld-Affäre
Pfahls muss erneut auf die Anklagebank

Der frühere Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls kommt erneut vor Gericht. Dem jahrelang Untergetauchten wird unter anderem Steuerhinterziehung, Erpressung und Betrug vorgeworfen.
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AugsburgDer ehemalige Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls muss sich erneut vor Gericht verantworten. Vom 5. Oktober wird gegen den 68-Jährigen wegen Bankrotts, Steuerhinterziehung, falscher Versicherung an Eidesstatt, Erpressung und Betrugs vor dem Landgericht Augsburg verhandelt. Das Gericht bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung. Insbesondere soll er sein Vermögen gegenüber Gläubigern geheim gehalten haben. Sieben weitere Personen, darunter Pfahls' Ehefrau und Ex-Frau, müssen ebenfalls vor Gericht.

Laut Staatsanwaltschaft schuldete Pfahls der öffentlichen Hand rund 3,7 Millionen Euro. Mit Hilfe der Mitbeschuldigten habe er sich aber gegenüber seinen Gläubigern als vermögenslos dargestellt und dies sogar eidesstattlich versichert. Außerdem bedrohte Pfahls nach Überzeugung der Ermittler einen privaten Gläubiger so massiv, dass dieser seine Forderung von 5000 Euro fallen ließ. Drei Mitangeklagte sollen Pfahls dabei geholfen haben. Der 68-Jährige, seine Frau und weitere Personen waren kurz vor Weihnachten verhaftet worden.

Pfahls war in den 90er Jahren im Zusammenhang mit einer Schmiergeld-Affäre um den Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber ins Visier der Justiz geraten. Er tauchte jedoch rechtzeitig unter und war jahrelang die meistgesuchte Person auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamtes. 2004 nahmen ihn die Ermittler nach fast fünf Jahren Flucht in Paris fest. 2005 verurteilte ihn das Landgericht Augsburg zu zwei Jahren und drei Monaten Freiheitsentzug.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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