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16.06.2008 
IG-BCE-Chef

Schmoldt attackiert Hundt wegen Altersteilzeit

IG-BCE-Chef Hubertus Schmoldt hat Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt wegen dessen Kritik an der Altersteilzeit heftig angefriffen. Hundt vertrete eine Industrie, die jahrelang Personalabbau zu Lasten der Sozialkassen betrieben habe.

HB BERLIN. "Es ist in hohem Maße ärgerlich, dass der Arbeitgeberpräsident mit seiner völlig undifferenzierten Kritik an der Altersteilzeit ein sinnvolles Instrument diffamiert", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) dem Handelsblatt. "Als Unternehmer müsste er eigentlich wissen, dass man die Realitäten differenzierter betrachten muss." Hundt hatte angesichts der SPD-Initiative zur Fortführung der geförderten Altersteilzeit davor gewarnt, länger "gesunde Mitarbeiter im besten Alter aus dem Job zu drängen".

Schmoldt betonte, eine Fortführung der geförderten Altersteilzeit sei sowohl im Interesse von Älteren wie auch von Jüngeren notwendig. "Wir brauchen beim Übergang in den Ruhestand differenzierte Lösungen, weil nicht jeder gleichermaßen in seinem Beruf bis zum Rentenalter von 65 oder 67 Jahren leistungsfähig ist." Zugleich gebe es nach wie vor eine hohe Zahl junger Ausbildungsabsolventen, die keine dauerhaften Arbeitsverträge bekämen. "Deshalb brauchen wir eine Brücke, wie sie Altersteilzeit und Teilrente bieten."

Anders als die Metall-Tarifparteien hatten IG BCE und Arbeitgeber der chemischen Industrie bereits im April einen neuartigen vereinbarten Demografie-Tarifvertrag vereinbart. "Damit haben wir beispielhaft gezeigt, wie die Tarifparteien den gesetzlichen Rahmen für differenzierte Lösungen im Interesse von Betrieben und Beschäftigten nutzen könnten", betont Schmoldt.

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