„Schrille Töne“ nicht hilfreich
Union will nicht in FDP-Abwärtssog geraten

Die FDP muss nach der harschen Kritik von Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki am Zustand der Partei nun die eigenen Reihen schließen. Die Union sieht vor dem wichtigen Wahljahr 2011 die desolate Lage ihres Koalitionspartners mit Sorge.
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BERLIN. Die Union sieht vor dem wichtigen Wahljahr 2011 die desolate Lage ihres Koalitionspartners FDP mit Sorge. „Wer solche Parteifreunde hat, der braucht keine Feinde“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier vor der gestrigen Präsidiumssitzung der CDU. Thüringens Regierungschefin Christine Lieberknecht sagte mit Blick auf das Gebaren der Liberalen: „Ich halte das für inakzeptabel.“ Das müsse die FDP aber mit sich selbst ausmachen.

Die Befürchtung, in den Abwärtssog des schwächelnden Koalitionspartners zu geraten, kommt nicht von ungefähr. So verharrt etwa die Hamburger CDU unter Bürgermeister Christoph Ahlhaus bei lediglich 22 Prozent. Die Liberalen würden nicht einmal in die Bürgerschaft einziehen. Noch deutlicher reagierte der nordrhein-westfälische CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann: „Sie wissen, dass ich kein großer Freund der FDP bin, deswegen ist es nicht meine erste Sorge.“

„Schrille Töne“ nicht hilfreich

Die Parteiführung der Liberalen versuchte gestern, den Scherbenhaufen, der durch Kubickis FDP-Vergleich mit der „Spätphase der DDR“ entstanden war, zusammenzukehren. Generalsekretär Christian Lindner wies die Aussagen als „maßlos und wenig stilsicher“ zurück. In einer Regierungspartei seien derart „schrille Töne“ nicht hilfreich. In der Sache räumte Lindner eine Enttäuschung innerhalb der Partei ein. Es gebe an der Basis sehr große Unzufriedenheit darüber, dass die FDP ihre Regierungsbeteiligung nicht so genutzt habe, „wie wir uns das alle gewünscht haben“. Es habe „Ungeschicklichkeiten“ gegeben, sagte er auch mit Blick auf die umstrittene Mehrwertsteuer-Senkung für das Hotelgewerbe. Nach seinen Angaben hat die FDP 2010 unter dem Strich 2 000 Mitglieder verloren: 5 000 Austritten stünden 3 000 Eintritte gegenüber.

Erzürnt meldete sich gestern die Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Birgit Homburger, zu Wort. Die Liberalen bräuchten „nicht nur Nörgler und Selbstdarsteller“, sondern auch solide und seriöse Arbeiter, erklärte Homburger, die besonders scharf von Kubicki angegriffen worden war. Parteichef Guido Westerwelle hatte bereits am Sonntagabend die Kritik am Zustand seiner Partei zurückgewiesen. Auch Westerwelle gestand wie Lindner ein, dass das zurückliegende Jahr ein „hartes Jahr für die FDP“ und auch „ein hartes Jahr für mich selbst“ gewesen sei. Zu Kritik an seinem Führungsstil sagte Westerwelle, er sei „keiner, der bei Sturm von Deck geht“.

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  • Die Liberalen bräuchten „nicht nur Nörgler und Selbstdarsteller“, sondern auch solide und seriöse Arbeiter, erklärte Homburger,
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    Ja liebe Frau Homburger, wo sind denn ihre soliden und seriösen Arbeiter?
    ich sehe keine. Rösler, der Gesundheits-Azubi, hat doch nur Arroganz zu bieten, ansonsten ist der Typ doch einfach nur eine Katastrophe.
    Wsterwelle? Ein selbstverliebter eitler Selbstdarsteller, der vom Leben Null Ahnung hat.
    brüderle? Von ncihts Ahnung, davon dann aber sehr viel. Schaut wohl öfter mal zu tief in den Pfälzer Wein.
    Mehr Netto vom brutto? Ach ja? Ab Jan. wird es so sein, dass die bürger weniger Netto vom brutto haben.
    Trotz einiger Gehaltserhöunngen und der angeblichen Steuerentlastung, die Schäuble uns nun zu Weihnachten schenkt.
    Die beträgt übrigens gerade mal 3€ im Monat, also eine Tasse Kaffee
    Habt ihr das vorher nicht ausgerechnet, liebe FDP?
    Dann diese Frau Honburger, mein Gott, hatte die FDP keinen besseren?
    Dann der arrogante Lindner, der auch nie in seinem Leben gearbeitet hat

    Einseitig bürgergruppen abzocken, wie z. b. mit der neuerlichen Tabaksteuererhöhung.
    Ein Gesetz gutheißen, was nun alle Haushalte zu Fernsehgebühfren heranzieht, auch wenn sie gar keine Geräte haben.
    Das widerspricht doch eigentlich jedem liberalen Geist
    in der Finanzkrise hat die FDP, die sich ja immer als Wirtschafspartei geriert, so viel Ahnung von Ökonomie und Weltfianzen wie eine Kuh vom Tanzen.
    Das einzige was die SPD auszeichnet, ist viel grüne Jungs, die noch nie garbeitet haben und ihr Nichtkönnen mit Arroganz kaschieren.

    Und vor lauter Überheblichkeit, dass sie wieder mitregieren, haben sie vor lauter Dummheit nicht gemerkt, dass sie mit ihren ganzen schönen Wahlreden nichts werden erreichen können, denn Merkel hat vom ersten Tag an nur ein Ziel gehabt: Die Partei zu zerlegen, so wie sie es zuvor mit der SPD schon getan hat.
    Merkel ist an nichts Schuld. So sieht es nach außen mal wieder aus. Dabei muß sie als Regierungchefin alles absegnen.
    Das beste bespiel ist die Gesundheitsrefomr (die keine ist) Schuld für den bürger ist alleine Rösler, dabei hat Merkel am Zerstören der Parität Arbeitnehmer-Arbeitgeber kräftig mitgewirkt und es abgesegnet.

    Merkels Ziel ist eine sozialistische Regierung und das kann sie nur mit den Grünen, auch wenn sie das heute noch von sich weist für die dummen bürger.
    Eine Regierung mit Grünen und Linken dann sind die Sozialisten wieder vereint.

    Wie blöde ist die FDP, dass sie dies nicht merkt?

    Anstatt mal Angriff zu fahren gegen Merkel, regt die FDP sich über eine Reise des Vert.-Ministers auf.
    Kindergarten eben

  • Grundsätzlich ist es völlig egal, wie die Regierungsparteien versuchen die Wogen zu glätten. Der Wähler sieht sowieso FDP und CDU/CSU als eine wählerbetrügende Einheit. Aber aus Mangel an Alternativen wird die nächste Wahl (und die nächste und die nächste...) keine Veränderung für dieses Land bringen. Wer an die Macht kommt ist doch egal. Rot/Grün mit Schröder sollte auch der Segen für das gemeine Volk sein. Am Ende war es der größte betrug am Wähler in der Geschichte Deutschlands. Schön wäre es allerdings, wenn die FDP an der 5%-Hürde scheitert. Dann sieht man mal ein Vorwärtskommen. Die Parteien müssen mit Nichtachtung bestraft werden. Nur so kapieren sie, dass der betrug am Wähler vom Volk nicht mehr geduldet wird. Erst wenn keiner mehr wählen geht, ändert sich etwas in Deutschland. Sie können sich nicht selbst zu Wahlsiegern erklären.

  • Möchte die CDU wieder mal nur die positiven Ergebnisse für sich reklamieren, und die Flops nicht.
    Das funktioniert nur einmal. Darauf fällt der Wähler nicht noch einmal herein.
    Wer so vor einer FDP einknicht, der muss auch die Zeche zahlen.
    Die FDP ist nach den nächsten Wahlen nicht mehr in den Parlamenten, die CDU wird ebenfalls ihre Quittungen bekommen (Atom/S21/Kosten Krankenkassen, Lobbyhörigkeit etc.).

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