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25.01.2005 

Singer forderte, das Gedenken an den Holocaust dürfe sich nicht in der Errichtung von Mahnmalen erschöpfen. Es sei erschreckend, dass immer weniger Menschen über den Holocaust, seine Gründe und Folgen Bescheid wüssten. „Die Lehren wurden so schnell vergessen, dass man sich wundert, ob sie je gelehrt worden sind“, sagte Singer. „Die Welt scheint zufrieden damit zu sein, dem Mord an sechs Mill. Juden zu gedenken, statt sich mit den Gründen für die Auslöschung auseinander zu setzen.“

Die Zahl derer, die den Holocaust leugneten oder entschuldigten, sei groß, sagte Singer weiter. Lehrer würden bei dem Thema von ihren Schülern niedergeschrien. „Wir erfahren Unsensibilität gegenüber dem Holocaust durch die jüngere Generation Europas - manchmal aus den höchsten und wichtigsten Familien“, sagte Singer wohl auch mit Blick auf den Party-Auftritt des britischen Prinzen Harry in einem Nazi-Kostüm. Singer zitierte auch eine Umfrage des britischen Fernsehsenders BBC, wonach knapp die Hälfte der Befragten in Großbritannien mit dem Namen Auschwitz nichts anfangen konnten. „Wir müssen allen beibringen, was Hass ist und war und wohin dieser Weg geführt hat“, sagte Singer.

Deutschland trage „eine besondere und nicht zu vergebene Verantwortung“, sagte Singer. Auch viele andere europäische Staaten und Firmen hätten den Genozid unterstützt, da sie etwa jüdische Flüchtlinge abgewiesen oder finanziellen Profit aus Aufträgen des Nazi-Regimes gezogen hätten.

Die Deutsche Bischofskonferenz erklärte: „Die Erinnerung der Deutschen an die Verbrechen in den Vernichtungslagern wird und muss sich immer von der Erinnerung anderer Völker und Gruppen, zumal der Opfer, unterscheiden.“

Der Befreiung von Auschwitz und der NS-Opfer wird am Donnerstag der Bundestag gedenken; an einer Zeremonie in Auschwitz selbst nimmt Bundespräsident Horst Köhler teil. Am 8. Mai folgt der 60. Jahrestag des Kriegsendes, den Schröder am 9. Mai auf Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Russland begehen will. Am 10. Mai soll in Berlin das zentrale Holocaust-Mahnmal eröffnet werden.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Chirac mahnt zur Wachsamkeit

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