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25.01.2005 

Chirac mahnt zur Wachsamkeit gegen Antisemitismus

Der französische Präsident Jacques Chirac hat bei der Eröffnung des größten Holocaust-Museums in Europa ebenfalls zur Wachsamkeit und Entschlossenheit gegenüber dem Antisemitismus aufgerufen. „Der Antisemitismus hat in Frankreich nichts zu suchen, denn er ist keine Meinung, sondern eine tödliche Perversion“, sagte Chirac am Dienstag in Paris. Die Regierung werde alles tun, um diese Form von Hass in all ihren Schattierungen zu stoppen und mit der ganzen Strenge des Gesetzes auch gegen jene vorgehen, die den Holocaust leugneten, sagte Chirac. Frankreich werde „sich immer an das jüdische Martyrium erinnern und nie vergessen, was es nicht zu verhindern gewusst hat.“

Rassistische oder antisemitische Akte und Gewalttaten hatten in Frankreich im vergangenen Jahr drastisch zugenommen. Die Zahl der gemeldeten Vorfälle und Straftaten schnellte im Vergleich zu 2003 um 82 % auf 1513 hoch. Fast ein Viertel davon - insgesamt 361 - waren nach Angaben des Innenministeriums mit Gewalt verbunden. 2004 gab es 182 Festnahmen wegen antisemitischer Akte oder Gewalttaten.

Chirac weihte das für 23 Mill. € in mehr als drei Jahren renovierte und ausgebaute „Mémorial de la Shoah“ im Marais-Viertel im Herzen von Paris ein. Das um 4000 Quadratmeter erweiterte Museum beherbergt mehr als eine Million Archivdokumente, mehr als 3500 Filme und Videos sowie etwa 1500 Fotografien und 259 Biografien von Holocaust-Überlebenden. 76 000 Namen von in Vernichtungslagern umgekommenen Juden aus Frankreich stehen auf einer Marmormauer, die für die Wiedereröffnung des Holocaust-Museums errichtet wurde.

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