Schröder stützt Wirtschaftsminister im Machtpoker
Volle Rückendeckung für Clement

Eigentlich war von Siegerlaune gar nichts festzustellen: Wolfgang Clement bemängelt „bürokratische, stark planwirtschaftliche“ Eigenschaften des künftigen Emissionshandelssystems.

BERLIN. Clement spricht außerdem von einer Belastung der Unternehmen „bis an die Grenze dessen, was geht“. Redet so ein Bundeswirtschaftsminister, der nachts zuvor einen der vermeintlich zähesten Widersacher der deutschen Industrie in die Schranken gewiesen hat?

Es ist vor allem eine heiter-verschmitzte Gelassenheit, die Clement am Tag nach dem fünfstündigen Kräftemessen beim Bundeskanzler von Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) unterscheidet. Der wertet das am Dienstag früh gegen 2.30 Uhr verabredete Ergebnis etwas mühsam als „in Teilen schwierigen Kompromiss, der allen Beteiligten große Zugeständnisse abverlangt“. Clement demonstriert staunenden Journalisten indes bereitwillig neu gewonnene Detailkenntnisse über die chemischen Abläufe der Stahlproduktion.

Trotzdem hat das Poker der beiden Kontrahenten mit Kanzler Gerhard Schröder natürlich nicht allein wegen solch „hochkomplexer Sachverhalte“ (Clement) mehr als fünf Stunden gedauert. Vielmehr standen sich – Schröder und Clement auf der einen Seite, Trittin und Vizekanzler Joschka Fischer auf der anderen – zwei einigermaßen unversöhnliche Fronten gegenüber. Im Sprachgebrauch der Regierung: die „sozialdemokratische Seite“ und die „grüne Seite“. Die Staatssekretäre blieben außen vor.

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