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11.09.2008 
SPD

Schröder trommelt für Steinmeier

Lange hatte er sich bedeckt gehalten. Doch nun schaltet sich auch Gerhard Schröder in die SPD-Personaldiskussion ein. Der frühere Bundeskanzler lobt den Kanzlerkandidaten Steinmeier über den grünen Klee. Für seinen engen Vertrauten will er wieder präsenter werden und sich kräftig im Wahlkampf engagieren. Und Fraktionschef Struck nennt schon einmal die Wunschkoalitionen der Genossen.

Ein eingespieltes Team: der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder und SPD-kanzerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Foto: apLupe

Ein eingespieltes Team: der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder und SPD-kanzerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Foto: ap

HB BERLIN. Eine "absolut richtige Entscheidung" nennt Gerhard Schröder die Nominierung von Frank-Walter Steinmeier zum SPD-Kanzerkandidaten. "Ich bin stolz auf meine Partei, die mit Frank-Walter Steinmeier den Besten für dieses wichtige Amt des Bundeskanzlers ins Rennen schickt. Er hat das Zeug zum Kanzler", schreibt Schröder in seiner ersten öffentlichen Äußerung zur Kandidatenentscheidung, in einem Namensartikel für die Ende des Monats erscheinende nächste Ausgabe der SPD-Mitgliederzeitschrift "Vorwärts".

"Es gibt in meinem Leben niemanden, mit dem ich so eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet habe", betont Schröder. "Aus dieser persönlichen Erfahrung weiß ich, dass nicht nur die Kanzlerkandidatur, sondern auch das Amt des Bundeskanzlers bei ihm in allerbesten Händen sein wird."

Steinmeier gestalte seit drei Jahren Deutschlands Außenpolitik. Er sehe in ihm eine starke Persönlichkeit, "die ein modernes und selbstbewusstes Deutschland verkörpert, das sich seiner Bedeutung und Rolle durchaus bewusst ist, aber nie überheblich daherkommt", schreibt der Ex-Kanzler. Für Frieden, Gerechtigkeit und Entwicklung einzutreten ­ sei die Aufgabe sozialdemokratischer Außenpolitik, wie sie von Willy Brandt begründet worden sei. Diesem Anspruch werde Steinmeier gerecht.

Wie Steinmeiers Wahlkampfmannschaft aussehen könnte

Steinmeier hatte unter Schröder das Kanzleramt geleitet, während Schröders Amtszeit als niedersächsischer Ministerpräsident, auch Leiter der Staatskanzlei in Hannover. Zusammen mit Franz Müntefering stehen Schröder und Steinmeier für die Reformen der Agenda 2010, die die SPD bis heute spalten. Der linke Parteiflügel hat in den vergangenen Tagen wiederholt vor einer Rückkehr zur Agendapolitik gewarnt.

Für seinen engen Vertrauten will sich Schröder offenbar kräftig im Wahlkampf engagieren. Mit mehreren Auftritten werde der ehemalige Regierungschef im Bundestagswahlkampf 2009 für den Außenminister werben, berichtet die "Rheinische Post": Die Pläne für einen Wahlkampf-Einsatz Schröders würden derzeit im Umfeld der neuen SPD-Parteiführung um Kanzlerkandidat Steinmeier und den designierten Parteichef Franz Müntefering konkretisiert, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Überlegungen in der SPD-Führung.

SPD-Fraktionschef Peter Struck hat indes die Wunschbündnisse der SPD festgelegt. Die SPD setzt demnach klar auf ein neues Regierungsbündnis mit den Grünen. Eine Ampelkoalition mit der FDP sei aber auch nicht ausgeschlossen. Man werde mit den Liberalen dann reden, wenn es soweit ist, sagte Struck.

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