Schröder wählen kommt nicht in Frage – SPD ohne Schröder unter Umständen . . .
Unruhe bei den Linksaußen

Bleiben die Linksaußen des neuen Bundestages unbeweglich in ihrer Ecke? Oder geraten sie in Versuchung, in der Qual der Wahl doch das kleinere Übel, einen SPD-Minderheitskanzler Schröder zu wählen, wie sie es 2002 vor der Wahl schon einmal angeboten hatten?

HB BERLIN. Kurzzeitig sah es in der Tat so aus, also ob zumindest vier Abgeordnete vom Gewerkschafterflügel in Versuchung geraten würden - zumindest erweckte eine "Spiegel-online"-Meldung diesen Eindruck.

Das ließ aufhorchen - sind doch die Stimmen der 54 Abgeordneten der Linkspartei de facto das eigentliche Pfand Schröders gegen das bürgerliche Lager. Doch umgehend hagelte es Dementis: Bei den Zitierten handele es sich um "Kollegen von der WASG, die vielleicht noch lernen müssen, wie aus möglichen Andeutungen eine Meldung gemacht wird", wiegelte Linkspartei-Wahlkampfleiter Bodo Ramelow ab. Zudem seien die "Einzelmeinungen" nicht korrekt wiedergegeben worden. "Keine einzige Stimme" werde Schröder bekommen.

Auch der vom "Spiegel" zitierte Hüseyin Aydin von der WASG in NRW sowie die Ex-Grüne Karin Binder aus Baden-Württemberg erklärten, dass natürlich eine Zusammenarbeit mit der SPD denkbar sei, aber nur bei einem Politikwechsel der Sozialdemokraten. Aber da gebe es wohl derzeit wenig Hoffnung.

So stellten sich die vermeintlich Abtrünnigen brav hinter ihre Anführer Oskar Lafontaine und Gregor Gysi. Diese hatten sich am Tag nach der Wahl festgelegt: Eine Unterstützung für die SPD sei für die Linkspartei nur denkbar, wenn die Sozialdemokraten ihre Politik bei Hartz IV, der Agenda 2010 insgesamt und beim Bundeswehreinsatz in Afghanistan korrigieren würden.

Und doch: Mit einer SPD ohne Schröder hätten einzelne Linke womöglich weniger Probleme. "Derzeit versteckt sich die SPD in einer Wagenburg hinter Schröder", sagt Ex-SPDler und Neu-Parlamentarier der Linkspartei, Uli Maurer, aus Baden-Württemberg, der regelmäßig Kontakte zu den linken Sozialdemokraten pflegt. "Wenn sie da rauskommen, können sie mit mir reden." Sogar Gysi hatte schon am Montag eingeräumt, "eine Regierung mit SPD wäre besser als ohne" - den Namen Schröder erwähnte er explizit nicht.

Seite 1:

Unruhe bei den Linksaußen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%