Deutschland
Schröder wirft Lafontaine Fremdenfeindlichkeit vor

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat dem Spitzenkandidaten des neuen Linksbündnisses und früheren SPD-Chef Oskar Lafontaine in einem Interview Fremdenfeindlichkeit vorgeworfen.

HB BERLIN. "Was ich besonders bezeichnend finde, ist ... dass er nicht davor zurückschreckt, Fremdenfeindlichkeit zu schüren", sagte Schröder der SPD-Parteizeitung "Vorwärts" laut Vorabbericht vom Mittwoch. "Das war eine Grenze, die haben Sozialdemokraten nie überschritten." Wenn andere diese Grenze überschritten, seien gerade Sozialdemokraten aufgerufen, für Toleranz, Offenheit und Recht zu kämpfen. Lafontaine hatte in einer Rede den Begriff "Fremdarbeiter" verwendet.

Lafontaine wurde wegen des Begriffs "Fremdarbeiter" auch von der PDS, die mit seiner "Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit" (WASG) das Linksbündnis bildet, der Gebrauch fremdenfeindlicher Sprache vorgeworfen. Kritiker halten Lafontaine vor, er ziele bei der für Herbst geplanten Wahl auf Wähler am rechten Rand.

Wie bisher vermied Schröder es, Lafontaine namentlich zu erwähnen. Er hatte auch in seiner Rede im Bundestag zur Vertrauensabstimmung am vergangenen Freitag nur von einem ehemaligen SPD-Vorsitzenden gesprochen. In dem Interview griff Schröder das Linksbündnis scharf an: "Was sich da aus ehemaliger SED, kommunistischen Sekten und linken Sektierern zusammenfindet, wird dauerhaft keinen Erfolg haben", sagte er. "Diese Formation ist unseriös, populistisch, demagogisch und unfähig zur Verantwortung." Er hatte für sich jede Form der Zusammenarbeit mit dem Linksbündnis abgelehnt, das Umfragen zufolge gute Chancen auf Einzug in den Bundestag hat.

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