Schröders Familienpolitik im Fokus
Ifo-Experten warnen vor höherem Kindergeld

  • 37

Höhere Geldleistungen schaden dem Staat und Müttern

Durch die Erhöhung von reinen Geldleistungen wie dem Kindergeld entstehen dagegen zusätzliche indirekte Kosten auf Seiten des Staates: Die verringerte Arbeitszeit von Müttern führt zu niedrigeren staatlichen Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträgen. Im Mittel der Schätzungen liegt die Höhe dieser zusätzlichen indirekten Kosten in etwa auf dem gleichen Niveau wie die direkten Kosten einer Kindergelderhöhung.

Die Studien kommen insgesamt zu dem Resultat, dass der Ausbau der Kindertagesbetreuung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert, die Geburtenrate erhöht und sich dabei zu einem beträchtlichen Teil selbst finanziert. Letzteres ist bei reinen Geldleistungen nicht der Fall – und das betrifft dann auch das Betreuungsgeld. Zusätzlich zu den direkten Kosten, so die Experten, entgehen dem Staat hier auch Einnahmen.

Nach derzeitiger Rechtslage wird das Betreuungsgeld gezahlt für Kinder ab dem 15. Lebensmonat, also im Anschluss ans Elterngeld. Die neue Leistung kann maximal 22 Monate bezogen werden und wird längstens bis zum 36. Lebensmonat des Kindes gezahlt. Das Betreuungsgeld beträgt ab August 2013 für jedes Kind zunächst monatlich 100 Euro, ab August 2014 dann 150 Euro. Das Betreuungsgeld wird dann nicht gezahlt, wenn das Kind eine mit öffentlich geförderten Mitteln bezahlte Kindertagesstätte besucht.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Schröders Familienpolitik im Fokus: Ifo-Experten warnen vor höherem Kindergeld"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ifo-Experten??? Dann kann ich auch den Mütterverein fragen. Nonsens! Familienfremd! Bürgerfremd!

  • Jedes Kind in unserem Land kommt mit hoher Verschuldung auf die Welt. Dann lässt man es besser. Die Politik der Altparteien sollte sich mal massiv hinterfragen, was in Deutschland inzwischen schief läuft!? Aber nicht einmal dazu ist man in der Lage. Lieber verkauft man unser Land an Pleiteländer und die EU aus. Das ist mehr als ekelhaft.

  • Die Studie zeigt aus meiner Sicht eines: wenn Frauen es sich leisten können, d.h. die Wahl haben, möchten sie lieber mehr Zeit mit ihren Kindern als dem Geldverdienen verbringen. Das ist er ureigener Mutterinstinkt, der den meisten Müttern sagt: in den ersten Jahren ist Dein Kind bei Dir und Deiner mütterlichen Liebe besser aufgehoben als bei bezahlten Kräften. Im Kern steht hinter der Forderung nach weniger finanziellen direkten Hilfen für die Familien die Idee, die Familie von innen heraus zu zerstören. Dies hat nichts mit der Vereinbarung von Familie und Beruf zu tun.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%