Schröders Quote
Worten müssen endlich Taten folgen

Dass die Politik in der Frauenfrage gewaltig Druck macht, ist gut - auch, wenn der Übergang in die festgelegte Quote für alle schmerzhaft ist. Doch jetzt müssen die Unternehmen endlich liefern.
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DüsseldorfViele hatten sich Konkreteres erwartet. In Berlin konnten sich die Personalvorstände der Dax-30-Konzerne jetzt lediglich dazu durchringen, bis Jahresende selbst gesteckte, individuelle Zielquoten für mehr Frauen in Führungspositionen festzulegen. Warum eigentlich nicht sofort, fragt man sich? Zeit zum Nachdenken und Nachrechnen hatten die Unternehmen eigentlich genug.

Ziel von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ist es, den mageren Anteil von Frauen in Vorständen von etwa drei Prozent und Aufsichtsräten von etwa zehn Prozent bis 2013 zu verdreifachen. Den Firmen ist bewusst: Gibt es bis dahin keine deutlichen Fortschritte, droht ein Gesetz. Die Unternehmen haben es selbst in der Hand, dieses zu verhindern.

Einige der Dax-30-Personalvorstände fühlten sich offenbar wie Sündenböcke stellvertretend für die gesamte deutsche Wirtschaft von Berlin zum Rapport einbestellt. Doch die Konzerne haben eine wichtige Signalfunktion und Vorreiterrolle - ob sie wollen oder nicht. Die 30-Prozent-Frauenquote bei der Deutschen Telekom etwa bringt auch den Mittelständler im Sauerland zum Nachdenken und allmählichen Umdenken.

Dass die Politik in der Frauenfrage gewaltig Druck macht, ist einerseits gut. Denn ohne öffentlichen Druck bewegt sich erfahrungsgemäß kaum etwas. Und über eine selbst gesetzte, individuelle Quote, die realistisch zu erreichen ist, kann kein Unternehmen meckern. Dass mehr Vielfalt nötig ist angesichts von Fachkräftemangel und Überalterung der Gesellschaft, bestreiten weder Verbände noch Betriebe. Nun müssen den Worten endlich Taten folgen.

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Kommentare zu " Schröders Quote: Worten müssen endlich Taten folgen"

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  • Richtig! Wir brauchen Qualität und keine Versager/innen bzw. nur durch Beziehungen hochgekommende bzw. gekaufte Personen. Wo bleicht die Ersatzpflicht??

  • Frau Terpitz,

    warum versuchen Sie und ihre Kolleginnen den Leser für dumm zu verkaufen? Wir alle wissen, dass die Quote von der EU im Rahmen der Gender-Ideologie eingefordert wird und die Regierung deshalb unter Zeitdruck steht.

    Wenn frau einen Artikel über die Quote schreibt, ohne auch nur einmal die Begriffe "EU" und "Gender Mainstreaming" zu verwenden, dann ist das als hinterlistiger Täuschungsversuch zu werten.

  • Sehr geehrte Frau Terpitz

    Sie schreiben etwas verniedlichend dass "ein paar" Männer frustriert sein werden weil " Frauen bei gleicher Qualifikation" bevorzugt werden. Drücken wir es doch ein wenig realistischer aus. Eine bindende Quote würde in der Wirtschaft in den nächsten Jahren quasi zu einem Beförderungsstopp für Männer führen und es würden auch Frauen minderer Qualifikation vorgezogen. Weil die Quote muss erfüllt werden. Basta. Da ist die Wirtschaft da draussen sehr pragmatisch.

    Sie sagen, ok das ist nicht schön aber nötig und letztenendes bekommen die Männer ja nur quasi historsich was sie verdienen. Unabhängig davon dass ich nicht weiss welche schlimmen Verfehlungen ich mir mit meinem 35 jahren gegen die Frauenwelt geleistet habe bzw. welche schrecklichen Nachteile eigentlich eine kinderlose Akademikerin in meinem Alter hatte (Studium? Schule? Paktikum?..)geht das unter ihrer persönlichen Meinung und das ist gut so. Meinungsfreiheit usw.

    Eine andere Dimension ist es wenn der Rechtsstaat quasi per Gesetz institutionalisiert dass es in Ordnung ist dass ein Individuum - völlig frei von seiner persönlichen Schuld- benachteiligt werden darf - weil es zufällig einer Gruppe angehört die historisch vermeintlich eine andere Gruppe benachteiligt hat. Die grosse Leistung der westlichen Demokratien ist seit jeher dass der Rechtsstaat am Individuum ansetzt. Wie es im Alltag der Menschen aussieht ist was anderes. Aber für das Gesetzt zählt nur das Individuum und seine Individuelle Schuld.

    Über was wir hier reden ist eine Art Sippenhaftung. Weiss erlich gesagt nicht was es bringen soll Ungerechtigkeit mit Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Frauengleichheit in der Führung wird ganz von allein kommen aus ökonomischen und demographsischen Gründen. Wird halt nur den jetzt 40 Jährigen Frauen nicht schnell genug gehen

    Mfg
    Tobias Streb

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