Schulabschluss
Bei der Bildung liegen die Frauen vorne

Die Männer fallen bei Bildung und Ausbildung gegenüber den Frauen zurück. Das geht aus den Daten des am gestrigen Dienstag veröffentlichten neuen Jahrbuchs des Statistischen Bundesamts hervor. Demnach verlassen Männer allgemein bildende Schulen im Schnitt mit einem geringeren Abschluss als Frauen.

BERLIN. Zwar holen viele Männer den versäumten Schulabschluss öfter als Frauen später in beruflichen Schulen nach. Trotzdem weisen sie am Ende häufiger niedrigere Schulabschlüsse und seltener höhere Abschlüsse als die Frauen auf. Von den Männern, die 2006 einen Schulabschluss machten, erreichten 32,4 Prozent nicht einmal Realschulreife. Bei den Frauen lag dieser Anteil dagegen mit 23,4 Prozent deutlich niedriger.

Die Hochschulreife erwarben im vergangenen Jahr 19,9 Prozent der männlichen Schulabsolventen gegenüber 26,1 Prozent der weiblichen. Dagegen erreichten mit 10,7 Prozent etwas mehr Männer die Fachhochschulreife als Frauen (10,1 Prozent). An die Universität oder Hochschule gehen sie aber offenbar immer noch etwas seltener als die Männer. So waren von den 247 000 jungen Menschen, die im Wintersemester 2006/2007 ein Hochschulstudium aufnahmen rund 120 000 Frauen.

Unter den Studienfächern sind Sprach- und Kulturwissenschaften immer noch eine weibliche Domäne. Ihr Anteil an den Studierenden ist in diesen Fachbereichen ungefähr drei Mal so hoch wie der der Männer. Dagegen sind sie nach wie vor in Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften in der Minderheit. Nur im Fach Medizin haben sie die männlichen Studierenden zumindest nach der Zahl inzwischen deutlich übertrumpft.

Wenn es um die Schulwahl geht, entscheiden sich Eltern immer noch vor allem für das traditionelle dreigliedrige Schulsystem. Im vergangenen Schuljahr lernten 82 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Klasenstufen fünf bis zehn in einer der drei klassischen Schularten Gymnasium, Realschule oder Hauptschule. Nur 18 Prozent lernten an anderen weiterzuführenden Schulen wie integrierten Gesamtschulen oder Schularten mit mehreren Bildungsgängen.

Letztere haben vor allem in Ostdeutschland die klassische Hauptschule abgelöst. In Westdeutschland verliert diese oft als „Restschule“ kritisierte Schulform nur langsam an Bedeutung. In Bayern gehen noch 33,4 Prozent der Schüler auf eine Hauptschule. Auch in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Nordrheinwestfalen und Niedersachsen liegt der Anteil der Hauptschüler zwischen 20 und 30 Prozent. In Hessen, Bremen und Berlin sind es 10 Prozent und weniger. Die wenigsten Hauptschüler hat das Saarland mit 0,5 Prozent.

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