Schulden der Bundesländer
Jede Sekunde 173,90 Euro neue Schulden

Die Schuldenuhr der Bundesländer läuft zwar langsamer als vor einem Jahr, aber immer noch schnell. Rund ein Drittel der gesamten Schulden entfällt dabei auf Nordrhein-Westfalen. Einige kommen dagegen ohne Kredite aus.
  • 0

MünchenDas Land Nordrhein-Westfalen nimmt nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler pro Sekunde neue Kredite in Höhe von 66,10 Euro auf und trägt damit mehr als ein Drittel zum anhaltenden Schuldenwachstum der Länder bei. Wie das Magazin "Focus" in seiner neuen Ausgabe berichtet, kommen die Bundesländer insgesamt auf einen Schulden-Zuwachs von 173,90 Euro in der Sekunde. Damit laufe die Schuldenuhr zwar langsamer als vor einem Jahr, als es sekündlich noch 439 Euro gewesen seien, sagte Steuerzahler-Präsident Reiner Holznagel dem Magazin. Die Mehrheit der Bundesländer nehme aber noch immer neue Kredite auf.

Das zweitschnellste Schuldenwachstum nach Nordrhein-Westfalen verzeichnet demnach Rheinland-Pfalz, das im Sekundentakt rein rechnerisch 35,50 Euro an neuen Krediten aufnimmt. Danach folgen dem Bericht zufolge Baden-Württemberg (34,40 Euro), Hessen (22,20 Euro), Niedersachsen (19,00 Euro), Saarland (11,40 Euro), Bremen (9,70 Euro), Schleswig-Holstein (8,30 Euro) und Hamburg (7,30 Euro).

Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern kommen dagegen wie der Bund aktuell ohne zusätzliche Kredite aus - sie tauchen in der Schuldenuhr nur noch mit ihrem aktuell angehäuften Kreditberg auf, wie das Magazin weiter berichtete. Fünf Bundesländer können demnach unter dem Strich sogar Schulden zurückzahlen - nämlich Bayern mit 15,90 Euro pro Sekunde, Berlin (7,20 Euro), Sachsen (2,40 Euro), Sachsen-Anhalt (2,40 Euro) und Thüringen (2,10 Euro).

Für den Bund, der 2014 ohne neue Schulden auskam, stellen die vorhandenen Altschulden nach Ansicht des Steuerzahlerbundes aber weiterhin eine erhebliche Belastung dar. "Allein der Bund bezahlt dafür noch jede Sekunde 811 Euro an Zinsen", sagte Holznagel. Im Bundeshaushalt gebe es noch genügend Einsparpotenziale, die auch genutzt werden müssten. "Denn sonst drohen bei steigenden Zinsen wieder neue Haushaltslöcher", mahnte er.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schulden der Bundesländer: Jede Sekunde 173,90 Euro neue Schulden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%