Schulden von 365 Millionen Euro gefährden BKK für Heilberufe
Fusion soll Betriebskrankenkasse in Nordrhein-Westfalen retten

Die Novitas Vereinigte BKK will mit der größten nordrhein-westfälische Betriebskrankenkasse, der BKK für Heilberufe, fusionieren. Diese war durch Missmanagement und ein starkes Mitgliederwachstum in massive Finanzprobleme geraten.

BERLIN. Ein entsprechendes Angebot unterbreitete der Vorstand der Duisburger Kasse am Dienstag dem Düsseldorfer Konkurrenzunternehmen. Zeitgleich wurden der Landesverband der Betriebskrankenkassen Nordrhein-Westfalen und das Bundesversicherungsamt von dem Angebot in Kenntnis gesetzt. Durch die Fusion würde die kleinere Novitas, die in den vergangen Jahren insgesamt 18 BKK schluckte, zur drittgrößten deutschen Betriebskrankenkasse werden.

„Wir wollen die Heilberufe-BKK vor der Schließung bewahren und das Betriebskrankenkassensystem aus dem Schulden-Gerede bringen,“ begründete Novitas-Vorstand Alfred Jensen den Vorstoß auf Anfrage des Handelsblatts.

Die Heilberufe-BKK war 1996 aus der Nordstern-BKK hervorgegangen. Wegen ihres günstigen Beitragssatzes von 11,9 % gewann sie binnen weniger Jahre fast eine halbe Million Mitglieder. Weil sie zu spät mit Beitragserhöhungen auf den Zulauf „teurer“ Versicherter reagierte, die mehr Leistungen in Anspruch nehmen als sie an Beitrag zahlen, häufte sie in der Folge Schulden von mittlerweile 365 Millionen Euro an.

Der Vorstand der Kasse wurde zu Beginn 2003 abgelöst und durch einen Sanierer ersetzt, der Beitragssatz mehrfach auf inzwischen 14,8 % erhöht. Als Folge der ständigen Beitragserhöhungen verliert die Kasse nun massiv Mitglieder. Derzeit sind es noch rund 350 000. Pro Monat wechseln 6000 bis 8 000 Versicherte zu günstigeren Kassen. Dadurch sind die rund 1000 Arbeitsplätze zunehmend gefährdet.

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