Schuldenkrise
Bundesbank stellt sich gegen Kritik an Moody's & Co

Der Unmut über das Verhalten der Ratingagenturen in der Schuldenkrise wird immer größer. Für neuen Zündstoff sorgt das harte Moody's-Urteil über Irland. Doch die Bundesbank warnt davor, die Bonitätswächter zu verteufeln.
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FrankfurtBundesbankpräsident Jens Weidmann hat davor gewarnt, den Ratingagenturen die Schuld an der Eskalation der Krise zu geben. Zwar sei die Kritik in Teilen berechtigt, jedoch lenke sie von den eigentlichen Problemen ab, sagte Weidmann der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Die kritisierten Bonitätsnoten sind ja nicht willkürlich, sie spiegeln reale Probleme in den betroffenen Ländern wider. Diese Probleme und ihre oft zu zögerliche Bewältigung machen mir viel mehr Sorgen als die Urteile der Agenturen“, sagte er.

Auch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hält es für falsch, den Agenturen die Schuld für die Euro-Misere anzulasten. Das eigentliche Problem liege woanders, teilte das IW am Mittwoch mit. So habe sich der Finanzmarkt noch immer nicht vom letzten Schock erholt. Den Finanzinstituten fehle das nötige Eigenkapital, um Wertberichtigungen leichter zu verkraften.

Als wenig hilfreich erweise sich auch das Festhalten an gesetzlichen Automatismen wie etwa der Regel, dass nach einer Herabstufung mehr Eigenkapital eingebracht werden muss, hieß es.

Gestern Abend hatte die Rating-Agentur Moody's Irland auf Ramschstatus herabgestuft. Dies wurde mit der hohen Wahrscheinlichkeit eines zweiten Rettungspaktes für das Land begründet.

Das von den Folgen einer schweren Bankenkrise erschütterte Irland hängt - wie Griechenland und Portugal - am Finanztropf der Euro-Partner und des IWF. Es bekam im vergangenen Jahr ein Hilfsprogramm von 85 Milliarden Euro.

Die EU-Kommission kritisierte den Moody’s-Schritt. Die schlechtere Bewertung sei unverständlich und der Zeitpunkt dafür fragwürdig, erklärte die Sprecherin von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso am Mittwoch in Brüssel. Irland mache Fortschritt bei der Umsetzung seines Reformprogramms und sei jetzt auf dem richtigen Weg. Derzeit sei gerade die Delegation der EU-Kommission vor Ort in Dublin, um dies zu überprüfen. Die Experten würden dazu am Donnerstag Bericht erstatten.

Auch Deutschland stärkte der irischen Regierung nach der erneuten Bonitätsherabstufung den Rücken. In der Bundesregierung und in der EU gebe es großes Vertrauen zum Reformprogramm des Euro-Staates, sagte eine Sprecherin von Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in Berlin. Zuletzt sei dies auf dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU im Juni zum Ausdruck gebracht worden.

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  • Wer oder was ist überhaupt noch "geeignet" im Gesamtsystem, das solche Ergebnisse zuläßt und produziert?
    Eine grundsätzliche Betrachtungsweise allein kann zu brauchbaren Erkenntnissen führen - kann - bestenfalls: Die Lage scheint mir aber real so weit in den Zustand des nihct mehr Beherrschbaren übergegangen zu sein, daß die wirklichen und unabhängigen Fachleute zu den Gegebenheiten inzwischen schweigen, nicht weil sie sich außerstande sehen, sachlich richtig zu beraten, sondern weil allgemeine Beratungsresistenz herrscht und deshalb intelligente Leute nur noch abwarten können, wie die Dinge ihren ungeordneten Lauf nehmen, es sei denn, man schließt sich den kleinen Aktivitäten an, die den Weg in die Öffentlichkeit suchen:

    http://eurodemostuttgart.wordpress.com/

  • @Junior
    Ja, das hatte mich auch in mehrerer Hinsicht nachdenklich werden lassen, weil sich Doktorväter so öffentlich eigentlich nicht äußern. Da hat die "Chemie" wohl überhaupt nicht gestimmt. Das soll vorkommen.

  • die märkte brauchen nur eins : maximale transparenz , umfassend , zu jeder zeit und an jedem ort. alles andere ist das bolschewikentum zur primitivmanipulation der märkte.
    das internet wird immer mehr dafür sorgen,dass solchen machenschaften ins leere laufen. gut so.

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