Schuldenkrise
CDU-Wirtschaftsflügel geht auf Pleite-Griechen los

Die möglichen Folgen der griechischen Schuldenkrise für Deutschland rufen den CDU-Wirtschaftsrat auf den Plan. Präsident Lauk fordert, weitere Finanzhilfen nur bei drastischen Sozialkürzungen zu gewähren.
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Berlin/Athen/Amsterdam"Hilfeleistungen an Pleiteländer darf er nur geben, wenn bei ihnen niedrigere Sozialleistungen als in den Geberländern gezahlt werden", forderte der Präsident des CDU-Wirtschaftsrates, Kurt Lauk, am Dienstag in Berlin. Es reiche nicht aus, dass die Griechen ihr Renteneintrittsalter an das deutsche Niveau angehoben hätten. Problematisch bleibe, dass sie eine Rente von 94 Prozent des Durchschnittseinkommens erhielten, die Deutschen aber nur von 40 Prozent.

Lauk kritisierte zudem, Griechenland leiste sich vier Mal so viele Staatsdiener wie das ähnlich große Österreich. Zwischen 2000 und 2008 habe Griechenland mit plus 39,6 Prozent die stärksten Lohnzuwächse in der Euro-Zone gehabt, in Österreich seien es nur plus 2,9 Prozent gewesen. Lauk zog als Fazit: "Über zehn Jahre Misswirtschaft und Nichteinhaltung der Regeln, ohne Konsequenzen." "Wir sind gegen ein Fass ohne Boden", sagte Lauk: "Griechenland muss sparen, reformieren und vor allem privatisieren." Hilfeleistungen dürften nur gewährt werden, wenn die Nehmerländer in ihren Verfassungen eine rigide Schuldenbremse nach deutschem Muster verankerten.

Griechenland dringt zurzeit auf eine Auszahlung der nächsten Hilfstranche des Internationalen Währungsfonds und seiner Partner in der Euro-Zone. Dafür hat die Regierung schärfere Einsparungen und Fortschritte bei der Privatisierung von Staatseigentum zugesagt. Wirtschaft und Bevölkerung ächzen seit einem Jahr unter einem rigiden Programm zur Etat-Sanierung.

Die griechische Opposition lehnt daher die neuen Sparpläne der sozialistischen Regierung ab. "Ich stimme diesem Rezept nicht zu, da es sich als falsch erwiesen hat", sagte der Chef der Partei Neue Demokratie, Antonis Samaras, am Dienstag nach einem Treffen mit Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Papandreou verfügt im Parlament zwar über eine komfortable Mehrheit, bemüht sich jedoch für seine zusätzlichen Sparmaßnahmen um einen breiten politischen Konsens.

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Kommentare zu " Schuldenkrise: CDU-Wirtschaftsflügel geht auf Pleite-Griechen los"

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  • Griechenland kommt aus seiner Schuldenfalle nur raus, wenn sehr hohe Ertragsteuer- und Verkehrsteuersätze durchgesetzt werden können. Es kann nicht sein, dass ein Arzt in seiner Steuererklärung ein Jahreseinkommen von 6000 Euro angibt und nebenher noch Schwarzgeld i.H.v. mehr als 100000 Euro verdient. Man sollte übrigens nicht vergessen, dass sich Griechenland in betrügerischer Manier mit falschen Zahlen den Euro erschlichen hat! Alle von Griechenland vorgelegten Zahlen müssen deshalb verifizierbar sein, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit hat Griechenland für Jahre verspielt und nicht verdient!

  • Und wie glaubwürdig sind die meist sehr richtigen Argumente der CDU-Politiker, wenn sie erst ein Jahr alles im Bundestag ohne zögern oder einer Debatte einfach abnicken und jetzt erst Kritik üben? Hier will man doch nur im konservativen Lager fischen und bei der nächsten Runde in EUdSSR-Brüssel nickt man wieder kleinlaut ab!

    Nein, genau deshalb ist die CDU für mich nicht mehr wählbar und auch keine konservative Wertepartei mehr!

    Die müssten folgendes durchsetzen, um mich vom Gegenteil zu überzeugen:

    a) Binnen 12 Monate stimmen die Deutschen in einem landesweiten Volksentscheid über den Verbleib im Euro und über den Lissabonvertrag ab!

    b) Der illegale Rettungsschirm wird nicht mehr von der Bundesregierung anerkannt, weil er gegen das Grundgesetz verstößt.

    @CDU&FDP
    Wenn ihr diese beiden Punkte erfüllt habt, dann habt ihr das Recht den Bürgern wieder in die Augen zu sehen, aber vorher nicht! Und erspart uns in der Zwischenzeit Geschwätz ohne Taten!

  • "Die Griechen werden zahlen, die haben 280 Mrd in der Schweiz, angelegt von Steuersuenden. (Nur unwesentlich mehr als Deutschland - 300 Mrd)". Wie soll das Geld denn aus der Schweiz gelangen? kann doch nur freiwillig sein, und das werden die Reichen wohl nicht machen. Übrigens wenn man die geringe Einwohnerzahl G berücksichtigt, sieht man die exzessiven Steuerhinterziehungen (8x so hoch wie D) und die totale Unfähigkeit der griechischen Regierung. Wie soll man denn die Fakelaki-Mentalität in ein paar Generationen ändern? Gr kam mit Lug und Betrug zum Euro und warum sind das die "bösen" Spekulanten schuld? Wenn die Politik den Rahmen schafft, sehe ich kein größeres moralisches "Vergehen" dieser "bösen Spekulanten" sich zu bereichern, als das der gierigen unehrenhaften betrügerischen koppupten griechischen Politiker. Gr soll Pleite gehen, die Banken und Versicherer auch. Dann müßten diese von ihrer Staaten gerettet werden, dass ist auf Dauer billiger und transparenter und dem Volk erklärbarer als fremde Staaten und deren unfähige Politiker und dt, frz, britische,... Banken zu retten. Nur durch den Euro haben sich die PIIGS so exzessiv verschulden können, da ist die Ursache, da soll man ansetzen. Aber die Politiker brechen ja ohnen Skrupel Recht, Verträge, nur um die Vision des Euro zu erhalten.

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