Schuldenkrise Euro-Gegner sollen „antidemokratisch“ sein

Die Liberalen gehen mit antieuropäischen Positionen auf Stimmenfang: Euro-Rebell Schäffler will den FDP-Abgeordneten die Ablehnung des Rettungsschirms gar per Mitgliederentscheid verordnen. Doch nun regt sich Widerstand.
Update: 14.09.2011 - 21:07 Uhr 35 Kommentare
FDP-Generalsekretär Lindner (li.) gegen Euro-Rebell Schäffler: Die Liberalen streiten um die Euro-Rettung. Quelle: dapd

FDP-Generalsekretär Lindner (li.) gegen Euro-Rebell Schäffler: Die Liberalen streiten um die Euro-Rettung.

(Foto: dapd)

BerlinDie FDP-Spitze will den schweren Bedenken in den eigenen Reihen wegen des Euro-Rettungskurses der Bundesregierung mit einer Reihe von Regionalkonferenzen begegnen. Das kündigte FDP-Generalsekretär Christian Lindner in einem Brief an die Funktions- und Mandatsträger der Partei an, der am Dienstagabend versandt wurde. Bei den Parteitreffen solle mit Funktionären und interessierten Mitgliedern über die Lage beraten werden, schrieb Lindner. Die Europapolitik werde zudem zu den Schwerpunkten des Parteitags am 12. und 13. November in Frankfurt/Main gehören.

Suche nach dem Euro-Königsweg

Die FDP-Spitze bereitet zudem einen eigenen Antrag vor, um den Mitgliederentscheid der „Euro-Rebellen“ zu entschärfen: Denn die FDP-Chefs rechnen damit, dass der Antrag schon bald die nötige Unterstützung findet, wie es aus der Parteiführung heißt. Der FDP-Vorstand könnte sich demnach bereits in seiner Sitzung am Montag (19. September) mit dem Thema befassen.    

Zu den Initiatoren des euro-kritischen Mitgliederentscheids gehören der Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler und Nordrhein-Westfalens ehemaliger Innenminister Burkhard Hirsch. In dem Papier listen sie fünf Punkte auf, über die die Mitglieder abstimmen sollen. Unter anderem heißt es: „Unbefristete Rettungsmaßnahmen, bei denen Deutschland für Schulden anderer europäischer Staaten haftet, kommen für die FDP nicht in Frage.“ Der Einrichtung des permanenten Euro-Rettungsschirms ESM soll die Partei „im Bundestag die Zustimmung verweigern und eine entsprechende Veränderung der Europäischen Verträge ablehnen“.    

Weiter heißt es in dem Antrag: „Sollten sich die bisher beschlossenen Maßnahmen nicht als hinreichend herausstellen, spricht sich die FDP dafür aus, überschuldeten Staaten einen geordneten Austritt aus dem Euro zu ermöglichen, um ein ungeordnetes Auseinanderbrechen unserer Währung zu verhindern.“    

Ein Mitgliederentscheid muss laut FDP-Satzung angesetzt werden, wenn mindestens fünf Landesverbände oder ein Drittel der Kreisverbände oder fünf Prozent der Parteimitglieder dies verlangen. FDP-Finanzexperte Frank Schäffler rechnet damit, noch in diesem Monat die notwendigen 3400 Unterschriften für einen Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungskurs seiner Partei und der Regierung zu erhalten. „Bis Ende September werden wir das schaffen“, sagte Schäffler am Mittwoch in Berlin. Bis Dienstagabend seien schon 1200 Unterschriften eingegangen.   

Auch an der Resonanz bei den Landesverbänden zeige sich, dass das Ansinnen ankomme und gutgeheißen werde, sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete. Mit Berlin und Bremen hätten sich bereits zwei Landesverbände dem Antrag angeschlossen. Auch die FDP in Schleswig-Holstein will das nach Angaben ihres Vorsitzenden Jürgen Koppelin diese Woche tun. Eine Unterstützung signalisiert haben zudem die thüringischen und sächsischen Liberalen. Würden sich fünf Landesverbände dem Antrag anschließen, wäre die Parteiführung ebenfalls zu einer Mitgliederbefragung gezwungen. Schäffler betonte jedoch, er konzentriere sich auf die Unterschriften von Mitgliedern. „Wir wollen eine Graswurzelbewegung daraus machen“, sagte er.

"Der Antrag der Euro-Rebellen ist antidemokratisch"
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35 Kommentare zu "Schuldenkrise: FDP-Zerreißprobe in der Euro-Krise"

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  • Der Euro soll seine Kernfunktion erfüllen. Das ist die Schaffung eines Europäischen Zentralstaates nach dem Vorbild der UDSSSR und Jugoslawien etc. Dies ist erstes Ziel der Sozialisten wie Merkel, Steinmaier, Trittin etc. Wir haben jetzt die historische Chance die Schaffung eines solchen, ohne das es den lästigen Umweg über eine demokratische Einigung braucht. Die Alternatievlosigkeit gibt doch schon vor, dass es nichts zu wählen gibt.

    Natürlich ist daher eine Haltung, wie von der FDP schon immer und neuerdings aber auch von der Parteiführung vorgebracht wird, kontraproduktiev.

    Ob die Haltung der FDP antieuropäisch ist muss man sehr bezweifeln. Mit ihrer Haltung und Forderung zur Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zollt sie den Bürgern in ganz Europa Respekt.

    Die Länder wie Jugoslavien etc. haben gezeigt, dass eine Staat allein kein Frieden bringt. Ich frag mich daher, wer ist den hier nun antieuropäisch!

  • @Demokratieunmuendig: Das hat wohl weniger mit Parteien als vielmehr mit dem Geld- und Finanzsystem zu tun, das in den letzten Jahrzehnten völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Auch deshalb, weil die Ökonomen ihre eigene Disziplin bis heute nicht verstanden haben. Fragen Sie mal drei Ökonomen, was Geld ist. Sie erhalten drei verschiedene Antworten, die allesamt unbefriedigend sind.

  • Tja, kommt von der Schuldkeule. Kriegst mein Geld trotzdem nicht. Schade, nicht?

  • @Flachkopf: Ihr Pseudonym spricht gegen Sie, genau wie Ihre Worte.

  • Olé, olé, obsolet FDP !!!

  • Wer SPD, Grünen, der Linken und unserer Flötentrulla noch seine Stimme gibt, kann nicht ganz klar sein, denn die begehen einen permanenten Rechtsverstoß, indem sie Deutschland für die Schulden anderer Staaten haften lassen wollen.

  • Das Chaos lösen wir aus, wenn wir weiterzahlen. Dann bricht Deutschland nämlich zusammen. Oder arbeiten Sie für Al Qaida? Seid auch nicht mehr so clever, wie Ihr mal wart.

  • Deine Schuldkulturkeule kannste solange schwingen, wie Du willst, mein Geld kriegste trotzdem nicht. Wohl verspekuliert, wa, und nun willste die Kohle von uns. Wird nichts draus, vergiss es.

  • Ärgerst Dich wohl, dass Ihr die FDP nicht ganz in die Euro-Falle habt locken können, gelle, und dass da doch noch ein paar aufrechte Demokraten rumlaufen, die diese rechtwidrige Transferunion ablehen und gegen sie aufstehen. Ich finde diesen letzten Trupp aufrechter Demokraten bewunders- und unterstützenswert in diesem Meer Rot-Grün-Schwarzen WAAhnsinns.

  • Dieser Loser-Haufen hat gezeigt, dass er es nicht kann.

    Fazit: Die unter sonstigen "Fast Drei Prozent" Partei muss endlich weg !!!

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