Schuldenkrise Griechen-Hilferuf spaltet Berliner Koalition

Wird der Hilferuf des Griechen-Premiers erhört? Möglich, dass Eurogruppenchef Juncker heute in Athen Zugeständnisse macht. Auch in Berlin deutet sich ein Aufweichen des Reform-Zeitplans an. Doch es gibt auch Widerstand.
Update: 22.08.2012 - 11:52 Uhr 95 Kommentare
Griechische Euro-Münze. Quelle: dpa

Griechische Euro-Münze.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEuro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker wird heute zu Gesprächen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras in Athen erwartet. Dabei werde es vor allem um die notwendigen Kürzungen in dem schuldengeplagten Land sowie um einen Sanierungsplan der Regierung gehen, teilte Junckers Büro am Dienstag mit. Auch ein Treffen Junckers mit dem griechischen Finanzminister Yannis Stournaras sei geplant, hieß es.

Die Stoßrichtung ist klar: Athen will eine Entlastung bei den harten Reformauflagen erreichen und Juncker soll dabei helfen, die Ablehnungsfront einzureißen. Samaras wünscht nicht mehr und nicht weniger als mehr Zeit für die Umsetzung der von den internationalen Partnern verlangten Reformen. "Wir fordern kein zusätzliches Geld. Wir stehen zu unseren Verpflichtungen und zur Erfüllung aller Vorgaben", sagte Samaras der "Bild"-Zeitung. "Wir müssen das Wachstum ankurbeln, weil das die Finanzlücken verkleinert. Alles, was wir wollen, ist ein wenig 'Luft zum Atmen'", um die Wirtschaft rasch in Gang zu bringen und die Staatseinnahmen zu erhöhen. Mehr Zeit bedeutet nicht automatisch mehr Geld."

Womöglich gibt es auch in Berlin die Bereitschaft, innerhalb des Zeit- und Finanzrahmens den Griechen ein Stück entgegenzukommen. Nach den unerbittlichen Tönen der vergangenen Wochen signalisierten Koalitionspolitiker am Dienstag Milde: Unionsfraktionsvize Michael Meister hält das Vorziehen von Zahlungen für möglich, sein Kollege Norbert Barthle Änderungen der Zinssätze.

Im Gespräch mit Handelsblatt Online formulierte Meister Bedingungen für Zugeständnisse an Athen. Finanzielle Zusagen könnten nicht mehr getätigt werden, jedoch sei innerhalb des von den Griechen abzuarbeitenden Reformprogramms „größtmögliche Flexibilität“ vorstellbar. „Entscheidend ist, dass die Regierung in Athen einen verlässlichen Fahrplan zur Abarbeitung der Maßnahmen vorlegt“, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. Sobald der Bericht der Troika - Internationaler Währungsfonds, Europäische Zentralbank und Europäische Kommission - vorliege, werde der Deutsche Bundestag eine „sorgfältige Prüfung“ vornehmen und danach entscheiden, was zu tun sei.

Kauder und Brüderle zementieren Ablehnungsfront
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Schuldenkrise - Griechen-Hilferuf spaltet Berliner Koalition

95 Kommentare zu "Schuldenkrise: Griechen-Hilferuf spaltet Berliner Koalition"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich habe das auch gelesen, aber nicht ernst genommen. Wahrscheinlich hat man zum Vergleich die unterschriebenen Sparpläne hergenommen - das wäre herausgekommen, wenn das Griechenland wirklich umgesetzt hätte. Aber das tut es natürlich nicht, das tut kein Politiker. Es wird nichts umgesetzt. Griechenland wird jeden beliebigen Wisch unterschreiben, ohne auch nur ansatzweise an die Umsetzung zu denken, und dann in homerisches Gelächter ausbrechen. Das machen viele anderen Länder auch so (Schuldenbremse etc.). Übrigens, wer uns Naivlingen glaubt, Deutschland würde 1 Sekunde an Tilgungen (egal ob unserer Schulden oder die des Schuldentilgungsfonds) denken, ist schief gewickelt. Die Einnahmen sprudeln, aber die Ausgaben auch. Und wehe ein Gläubiger mahnt Tilgungen an...

  • Ich rege an, Frau Nahles rechnet dem staunenden Volk mal vor, was die grenzenlose Griechenland-Rettung und/oder so ein Schuldentilgungsfonds kostet mit Szenario A = alle Länder bleiben an Bord, B = die Peripherie scheidet aus, C=die großen Länder scheiden aus, und alles bleibt an D hängen, und zwar in Form eines "Solidaritätsbeitrags" auf alle Steuerarten. Ich denke, die SPD würde mit Blick auf den nächsten Wahlkampf angesichts dieses Realitätsschocks auf den Teppich kommen und ihre unsinnigen Forderungen aufgeben.

  • Der nächste Zeitbombe tickt schon sehr laut: >>>>>>>>Frankreich!!!!!

    Der Sozial - Fantastiker „François Gérard Georges Nicolas Hollande“ denk überhaupt nicht darüber nach, die ausufernden Staatsausgaben einzudämmen. Der lebt offensichtlich in der guten Hoffnung, die Deutschen in der EU bezahlen alles.

    Sehr große Unterstützung für diesen abenteuerlichen Schulden-Kurs hat er bei den Herrn Gabriel, Steinbrück, Steinmeier und Herrn Trittin.

    Wenn vorgenannte 4 Herren bzw. SPD und die Grünen Regierungsverantwortung bekommen, dann ist der Startschuss für die Auswanderung aus Deutschland und EU abgefeuert.

  • @keeper: Keine illegalen Geschäfte - da über das Geld rückverfolgbar bis in alle Ewigkeit.
    Kein Schwarzgeld, kein Schmiergeld, kein Bestechungsgeld.
    Zuerst muß der Sumpf trockengelegt werden, ansonsten wird dort nichts Gutes gedeihen.

    Ihre vorgenannten Vorschläge sind vollkommen richtig.

    Wir haben nur ein Problem, die Kontrolleure sind mehr oder weniger unfähig, evtl. sogar geschmiert, die Politiker in Griechenland sind viel zu schwach, dieses korrupte System grundlegend zu ändern.

    Die Politiker in Griechenland diskutieren sich lieber um Kopf und Kragen, aber Veränderungen scheuen sie wie der Teufel das Weihwasser.

    Die ewigen Schuldenverlängerung und haltlosen Beteuerungen von Herrn Junker, Giechenland in der EU zu halten, ermöglichen der griechischen Regierung, ihr indiskutables System mehr oder weniger beizubehalten.

    Danke Herr Schäuble und Frau Merkel, sie sind so uneinsichtig wie Herr Junker, dessen Amt in Europa niemand wirklich braucht.

    Herr Junker sollte die Schatullen von Luxemburg öffnen und an die Griechen verschenken.

  • Pro-D: Und am Abend sitzen sie endlich glücklich zusammen bei einem Glas Rotwein, den sie wieder mit Wasser verdünnen und freuen sich, wie glücklich man sein kann, wenn man ein einfaches, aber rechtschaffendes Leben führt.

    Jeder bekommt was er verdient und selbst geschaffen hat.

    Deutschland hat in dieser EU nichts mehr zu suchen. Die ganze EU mit ihrer übertriebenen, sozialistischen Einstellung ist nicht mehr haltbar und finanzierbar.

    Raiffeisen war nur deshalb so erfolgreich, weil die Mitglieder die Regeln einhalten mussten, sonst wurden sie ausgeschlossen. Die unbegrenzte Haftung war auch bei Raiffeisen nicht haltbar.

    Die Haftung und die Garantien wurden auf die Vermögen der Vorstandsmitglieder und nach „Ansparung“ auf die Genossenschaftsvermögen beschränkt.

    Und was haben wir in der EU:
    1) keine Einhaltung von Regeln
    2) unbegrenzte Haftung für die EU
    3) keine Ansparung von Vermögen in den Ländern, Gemeinden etc.
    4) Die Politiker werden persönlich nicht in Haftung einbezogen

    So kann die EU nicht funktionieren, dass haben die Raiffeisen-Genossen schon sehr früh erkannt und haben die Haftung der Vorstandsmitglieder eingeführt.

    Bitte die persönliche Haftung aller Politiker der EU, der Länder, der Gemeinden und insbes. der Notenbank-Chefs etc. einführen.

    In Deutschland würden z. B. Herr Beck, Frau Kraft und Herr Wowereit jeden Monat für ihre Politik und Leistungen eine Lohnpfändung erhalten.

  • HAHAHAHA, ich lach mich dumm und dusselig....die Griechen brauchen schon wieder mehr Zeit. Liebe Politiker, euch glaub doch NIEMAND IRGENDWAS MEHR. Ihr seid fertig, ALLE (bis auf wenige Ausnahmen). Wir ziehen unser Geld ab und kaufen Ackerland, Immobilien, Wald, und Wiesen. WIr SCHEISSEN auf euch und den EURO. Wir machen das SYSTEM FERTIG. Es wurde einfach zuviel gelogen - jetzt wird es offensichtlich.

    Der EURO MUSS WEG - und mit ihm zigtausende verlogene Politiker in Landtagen, Bundestagen und in Brüssel und Straßburg. ALLE AUF DEN SCHEITERHAUFEN !


  • Ganz einfach, weil die Osteuropa-Balkanmafia bereits 25 mal "dicke Geschäfte" mit dieser Krise tätigen konnte...
    Die "Hellenischen Altorthodoxen" mit ihren dicken Backen gehoeren natuerlich mit zum Winner-Szenario.

  • Hallo zusammen, was halten denn die Forumsteilnehmer davon am Freitag ab 12:00 Uhr vor dem Bundestag zu demonstrieren? Ich denke, Samaras und Merkel sollten spüren, dass die Deutschen die Nase gestrichen voll haben.

  • Sehe ich genauso ! Wie schon der deutsch-türkische Kabarettist Serdar Somuncu einst sagte: "Lernen Sie lieber türkisch als französisch oder englisch, denn so verstehe Sie wenigstens das was Ihre Mitmenschen über Sie reden !" Wer zahlt mal meinen Rente ? - N I E M A N D

  • ungeheuerlich was sie schreiben pro-DM
    fehlt nur noch ihre Judenhetze!
    unfassbar!!!!
    das ist so schublade! das ist so diskreminierend und so
    rassistisch. sucht in diesem forum seinesgleichen!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%