Schuldenkrise
Rösler ruft Wirtschaft für griechischen Marshallplan zusammen

Mit einem 16-Punkte-Plan will das Bundeswirtschaftsministerium die griechische Wirtschaft stützen. Die deutsche Industrie hofft dabei auf lukrative Aufträge und rechnet mit Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro.
  • 20

Berlin/AthenDas Bundeswirtschaftministerium arbeitet an einem umfangreichen Plan, um die griechische Wirtschaft anzuschieben. Die Pläne hierfür sind sehr konkret. Bereits am Mittwoch will Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler nach Handelsblatt-Informationen aus Regierungskreisen eine Investorenkonferenz einberufen. Zusammen mit den Präsidenten von mehr als 20 Wirtschaftsverbänden will Rösler beraten, unter welchen Voraussetzungen sich deutsche Firmen in Griechenland engagieren wollen. Die Industrie hofft dabei auf milliardenschwere Aufträge.

Die Investorenkonferenz ist Teil eines 16-Punkte-Plans des Wirtschaftsministers. Mit einer "Investitions- und Wachstumsoffensive", einer Art Marshallplan, soll nach dem Willen des Bundeswirtschaftsministers die Wettbewerbsschwäche Griechenlands überwunden werden. Unter anderem bietet Rösler "administrative Hilfe" beim Aufbau wettbewerblicher Strukturen und bei der Modernisierung der griechischen Verwaltung an.
Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt die Initiative. Röslers Bemühungen seien abgestimmt und richtig, sagte Merkel.

Sie reihten sich ein in ihre früheren Absprachen mit dem griechischen Premier Giorgos Papandreou, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu intensivieren, sagte die Kanzlerin bei ihrer Sommer-Pressekonferenz.

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) arbeitet an einem Konzept, die Investitionsanreize zu verbessern, um das Wachstumpotenzial Griechenlands zu stärken. Nach Informationen des Handelsblatts laufen die Gespräche bereits seit mehr als einem Jahr auf ausdrücklichen Wunsch des Kanzleramts. Seitdem habe es mehrere Treffen von Vertretern der griechischen Regierung und der Wirtschaft gegeben. Der BDI schätzt die möglichen Investitionen in Griechenland in den nächsten Jahren auf rund 50 Milliarden Euro. Voraussetzung sei jedoch, dass Rechtsunsicherheit und Bürokratie abgebaut würden, so der BDI.

Seite 1:

Rösler ruft Wirtschaft für griechischen Marshallplan zusammen

Seite 2:

Deutsche Wirtschaft signalisiert Interesse

Kommentare zu " Schuldenkrise: Rösler ruft Wirtschaft für griechischen Marshallplan zusammen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es muss doch unterdessen dem Dümmsten schon aufgefallen sein, dass sich die FDP pausenlos in Ihren Argumentationen wiederholt. Immer nur geistige Blähungen und nichts anderes!


  • Wenn es ein Volk schafft seit Jahrzehnten Unternehmen mit überaus dominanten Gewerkschaften, vollkommen überhöhte Forderungen, korrupten Politikern bzw. Beamte, die sich selber die Taschen vollstopfen aus dem Land zu ekeln braucht es sich nicht zu wundern, wenn es irgendwann hungern muss. Unternehmen haben in der Vergangenheit immer wieder versucht sich in GR niederzulassen. Ich habe vor der Krise von einer italienischen Designering gehört, die in Attika eine Textilfabrik mit 4000 Arbeitsplätzen aufbauen wollte. Aber leider war GR nicht im geringsten daran interessiert ihr auch nur die kleinste Sicherheit zu geben. Die Antwort der zustänidigen Beamten und Politiker war: "Was! Sie vertrauen nicht der griechischen Regierung?". Wer investiert denn in so einen Käse? GR war bisher ein geschlossener Club. Solange die Gelder flossen ist die Party, die dort unten lief nicht groß aufgefallen. Und diejenigen, die es mitbekamen haben aus Bequemlichkeit beide Augen fest zugedrückt.


  • "Die Griechen sind ein souveränes, eigenständiges Volk"

    Na, wenn das so ist, dann können sie auch souverän und eigenständig ihre Schulden bezahlen. 30 Jahre lang fremde Gelder verprassen und dann nicht zahlen wollen und immer neuen billigen Geldregen fordern, hört sich aber nicht gerade nach viel Selbständigkeit und Können an.

    Der Unterschied zwischen einem deutschen und eine griechischen Politiker ist, dass der deutsche auch etwas übrig lässt. Während der griechische alles abräumt was auf dem Tisch liegt und auch die Krümel einsammelt, die auf dem Boden liegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%