Schuldenkrise
Wirtschaftsweiser traut Konzepten der Euro-Retter nicht

Barroso zweifelt am Euro-Rettungsschirm und muss dafür herbe Kritik einstecken. Ein Top-Ökonom hält die bisherigen EU-Beschlüsse ebenfalls für unzureichend, wenn auch in anderer Hinsicht.
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DüsseldorfDer Freiburger Wirtschaftsweise Lars Feld hat Zweifel, ob die jüngsten EU-Gipfelbeschlüsse zur Schuldenkrise für eine Bewältigung der Probleme ausreichen. Die Lösungen der Staats- und Regierungschefs trügen offenbar „nicht hinreichend zur Beruhigung bei“, sagte das Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung Handelsblatt Online mit Blick auf die Turbulenzen an den internationalen Börsen. Die getroffenen Maßnahmen reichten vermutlich nicht aus, um Griechenland auf Dauer in eine stabile Finanzlage zu versetzen. "Es müsste ein Haicut von 50 Prozent her." In Italien und Spanien seien zudem „weitergehende Reformen notwendig, um die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen zu erreichen“. Eine Aufstockung des EFSF oder die Einführung von Eurobonds seien hingegen nicht hilfreich.
Ungeachtet der ungelösten Probleme sieht Feld die Gefahr einer Weltwirtschaftskrise derzeit aber nicht. „Für Deutschland erwarte ich im weiteren Jahresverlauf eine Normalisierung des Konjunkturverlaufs“, fügte der Ökonom hinzu. Zu den bekannten Risiken für die Konjunktur, die EU-Schuldenkrise und der sich verschlechternde Export, seien weitere Risiken wie die Energiewende und die US-Schuldenkrise  hinzugekommen. „Die höhere Volatilität auf den Finanzmärkten ist in einem gewissen Maße Ausdruck der daraus erwachsenden Unsicherheit“, so Feld.

Das Szenario einer Weltwirtschaftskrise hält auch der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, für wenig plausibel, da kein schockartiges Event wirkte – wie im Falle der Lehman Insolvenz – und zugleich alle Staaten mehr oder weniger angemessen das Schuldenproblem angehen. Zudem habe sich in den Jahren 2009 und 2010 gezeigt, wie wenig die Industrie in ihrer Finanzierung durch Finanzmärkte und Banken beschränkt wurde, sagte Hüther Handelsblatt Online.

Daneben sei derzeit auch noch nicht zu erkennen, dass die Bankensysteme in gleicher Weise wie vor drei Jahren destabilisiert werden. „Die Risikovorsorge hat sich verbessert, die Robustheit tendenziell ebenfalls“, sagte der IW-Chef. Entscheidend sei letztlich, in welchem Maße sich die Unternehmen in ihrem Investitionsverhalten verunsichern lassen. Dafür gebe es bisher keine Hinweise. „Die Megatrends im globalen Strukturwandel jedenfalls tragen und sprechen für einen stabilen Investitionstrend.“

Kommentare zu " Schuldenkrise: Wirtschaftsweiser traut Konzepten der Euro-Retter nicht"

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  • Auch ich bin unendlich sauer, über die Unfähigkeit unserer Politik. Denke immer öfter an den Satz von Juncker: Wir stellen was in den Raum und wenn es kein großes Geschrei gibt, dann machen wir weiter, bis es nicht mehr anders geht.

    Unsere Politiker sind absolut unfähig! Wie in den USA wurde der Derivate-Handel zugelassen (unter Steinbrück, der sich jetzt als Finanzfachmann aufspielt) und die Politik hatte keine Ahnung, auf was sie sich eingelassen hatte. Ebenso bei der EU - man sah nur den Vorteil, die Nachteile wollte man nicht wahr haben. Die Mahner wurden beschimpft. Nun zeigt sich, dass diese Recht hatten. Das will man jetzt auch nicht zugeben.

    Deutschland ist mittlerweile erpressbar geworden, wie man am Verhalten der Kanzlerin sehen kann. Deutsche Banken halten 95% der franz. Staatsanleihen. Die Franzosen sind jedoch die größten Gläubiger Griechenlands und Italiens. Kippt einer um, gehen auch bei uns die finanziellen Lichter aus.

    Statt dem entgegen zu wirken, will diese beschixxene EU die Haftungen unseres Landes noch weiter treiben. Solange, bis alle pleite sind. Dann ist aber auch niemand mehr da, der irgendwie irgendwem helfen könnte. Diese Politärxxxe kleben an ihren Sesseln. Nur um wieder gewählt zu werden, verkaufen sie die eigene Bevölkerung. Und diese ist noch so dumm, dass sie bei den nächsten Wahlen Rot/Grün den Vorzug geben will. Mit Rot/Grün geht es noch schneller in die Pleite!

    Eigentlich müsste man auf der Stelle auswandern!

  • Ich will kein Europäer sein.Ich bin Deutscher.Und das bleibe ich.

  • Wirtschaftsweise sind auch nur Beamte, wer traut schon einem Beamten? Dieses Geschfaffel sollte aufhören!!!

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