Schuldenquote: Euro-Krise zieht Deutschland tiefer ins Minus

Schuldenquote
Euro-Krise zieht Deutschland tiefer ins Minus

Deutschlands Euro-Rettungspolitik bleibt nicht ohne negative Wirkungen. Die Beteiligung am ESM-Schirm verschärft die hiesige Schuldensituation. Und es könnte noch schlimmer kommen, warnt schon der Steuerzahlerbund.
  • 80

BerlinDer deutsche Schuldenberg ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen - trotz der günstigen Einnahmesituation der öffentlichen Hand. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen hatten am Jahresende 2,166 Billionen Euro Schulden (2011: 2,085 Billionen), teilte die Bundesbank mit. Gemessen an der Wirtschaftsleistung stieg die Schuldenquote leicht um 1,5 Prozentpunkte auf 81,9 Prozent - der Maastricht-Vertrag schreibt für Europa eigentlich eine Höchstgrenze von 60 Prozent vor. Diese Grenze hielt Deutschland zuletzt 2001 ein.

Laut Bundesbank nahmen die Schulden um 81 Milliarden Euro zu, obwohl der staatliche Finanzierungssaldo einen Überschuss von 4 Milliarden Euro verzeichnete. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Es sind die Stützungsmaßnahmen für Euro-Krisenstaaten die sich negativ auf die deutsche Schuldenquote auswirken.

Die Notenbank beziffert den Umfang der Maßnahmen im Zusammenhang mit der europäischen Staatsschuldenkrise auf 45 Milliarden Euro. So seien aus Deutschland knapp 9 Milliarden Euro als Kapital in den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) eingebracht und 36 Milliarden Euro Hilfskredite an Eurostaaten über die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) gewährt worden. Beides erhöhe den sogenannten Brutto-Schuldenstand. Allerdings schlägt sich die Belastung nicht im Maastricht-Defizit nieder, wie die Bundesbank betont, weil parallel zum Schuldenanstieg ein Aufbau von Finanzvermögen in gleicher Höhe gebucht werde.

Zudem spiele eine größere Rolle, dass insbesondere die hohen Überschüsse bei den Sozialversicherungen und bei den Gemeinden zum weiteren Aufbau von Rücklagen geführt und insoweit den Brutto-Schuldenstand nicht verringert hätten. „Die Defizite beim Bund und bei den Ländern, die durch die Überschüsse der anderen Ebenen mehr als ausgeglichen wurden, erhöhten hingegen den Schuldenstand“, erklärte die Bundesbank.

Kommentare zu " Schuldenquote: Euro-Krise zieht Deutschland tiefer ins Minus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @malocher: Es ist das Grundübel der Staatsschulden - und zwar nicht nur in der BRD -dass die Regierungen an einer Rückzahlung nicht wirklich Interesse haben. Staatsschulden sind wie ein Schneeballsystem. Es ist so einfach Schulden aufzunehmen, insbesondere wenn man Wahlversprechen finanzieren will, und auch den Wähler interessiert es nicht wirklich, denn die nächste Generation bezahlt ja die Rechnung. Historisch sind angehäufte Staatsschulden immer irgendwann durch Finanzrepression, Hyperinflation, Schuldenschnitte, Währungsreformen beseitigt worden.Interessante Lektüre hierzu: http://scholar.harvard.edu/rogoff/Publikation
    Unabhängig von der Währung ist die Staatsschulden das orginäre Problem der europäischen Schuldenkrise. Auch die BRD häuft seit Jahrzehnten Schulden an. Zusammen mit den nicht-bilanzierte Schulden (Beamtenpensionen u.ä.) hat der Schuldenstand der BRD schon vor der Finanzkrise ein Niveau erreicht, dessen Bedienung und Rückführung mir mittelfristig nicht mehr plausibel erscheint insbesondere vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in der BRD, wenn in dieser Frage nicht ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel passiert.

  • Es übersteigt mein Verständnis, wie das finanzielle Ausbluten unseres Volkes zum friedlichen Miteinander der Europavölker ebenfalls durchs finanzielle Ausbluten, führen soll. Bin da einfach baff und staune über den riesigen Erfolg unserer Regierung bei der jeweiligen Bevölkerung wie z.B, den Griehen. Die würden uns gerne in die Arme nehmen um uns zu erdrosseln. So weit sind wir ja schon mal gewesen. Damals wurde gesagt ,“ heute gehört uns nur Deutschland aber morgen die ganze Welt.“ Sind da nicht einige Politiker Größenwahnsinnig geworden (?) wieder zu bestimmen wie andere Völker leben sollen ??

  • In Deutschland gibt es keine Demokratie mehr
    -
    In Deutschland haben wir die Freiheit, aus sechs gleichgeschalteten mehr oder weniger multikulturalisitischen und globalistisch ausgerichteten Parteien wählen zu dürfen. (Die CDU ist ein bisschen weniger multikulturalisch und dafür umso mehr neoliberal, die SPD ist etwas weniger neoliberal und dafür umso radikaler multikulturalisitisch). Ist das Demokratie?

    Wir haben die Freiheit zuzusehen, wie die Bevölkerung, der man selbst angehört, langsam aber sich durch eine andere ersetzt wird. Ist das Demokratie?

    Ich sehe hier in der Bundesrepublik keine Freiheit mehr, und auch keine Demokratie. Was ich sehe ist eine unfreie, postdemokratische Lobbykratur deren herrschende Elite –einer Allianz aus multikulturalisitischen Linken und globalisitischen Großkapitalisten– offen gegen die Interessen der Bevölkerung regiert (siehe ESM-Verträge, Knabenbeschneidung, Kriegseinsätze der Bundeswehr) und alles dafür tut um die eigene Bevölkerung demographisch zu verdrängen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%