Schulz gegen Merkel: SPD bleibt jenseits der 30 Prozent

Schulz gegen Merkel
SPD bleibt jenseits der 30 Prozent

Die SPD feiert Kanzlerkandidat Schulz als Konjunkturprogramm – mit ihm ging es auch bei der jüngsten Forsa-Umfragen über 30 Prozentpunkte hoch. Der SPD hilft das Lager der Unentschlossenen oder potenziellen Nichtwähler.
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BerlinDer rasante Aufschwung der SPD in Umfragen überrascht selbst langjährige Wahlkampfmanager, die durch alle Höhen und Tiefen gegangen sind. „So heftig, wie das in den letzten Tagen abgelaufen ist, habe ich das noch nicht gesehen“, sagt Kajo Wasserhövel. Der 54-Jährige war viele Jahre rechte Hand des einstigen SPD-Chefs Franz Müntefering und leitete die Bundestagswahlkämpfe 2005 und 2009. Er fühlt sich an die Schlussphase des Wahljahres 2005 erinnert, als Kanzler Gerhard Schröder die Wahl gegen seine Herausforderin Angela Merkel auf den letzten Metern fast noch für sich entschied. „Damals kam in eine über längere Zeit betonierte Stimmungslage Bewegung“, sagt Wasserhövel. Das sei nun ähnlich. Von einem Strohfeuer geht er nach eigenen Worten nicht aus: „Das ist schon eine fundamentale Veränderung der Stimmungslage.“

In den zwei Wochen seit der Festlegung auf Martin Schulz als Kanzlerkandidat schießt die SPD in einer Umfrage nach der anderen nach oben. Das Insa-Institut meldete am Montag, die SPD habe mit 31 Prozent CDU und CSU überrundet. Generalsekretärin Katarina Barley findet das „total klasse“. Im Gespräch mit Twitter-Nutzern sagt sie: „Das ist auch auf Martin Schulz zurückzuführen, aber nicht nur.“

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa zieht am Mittwoch nach: Im „Stern“-RTL-Wahltrend steigt die SPD ebenfalls auf 31 Prozent. Damit überspringe die Partei zum ersten Mal seit Oktober 2012 die 30-Prozentmarke. Um zehn Prozentpunkte sind die Sozialdemokraten bei Forsa in nur zwei Wochen nach oben geschnellt. Die Sozialdemokraten könnten demnach – wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre – den Rückstand auf CDU/CSU auf drei Punkte verkürzen. Die Union liegt jetzt nach der Forsa-Umfrage bei 34 Prozent. Das ist ein Punkt weniger als in der Vorwoche.

Forsa-Chef Manfred Güllner ist überzeugt, dass der Höhenflug vor allem dem Verzicht Sigmar Gabriels auf Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz geschuldet ist. „Das Wichtigste ist, dass Gabriel nicht mehr da ist“, sagte Güllner zu Reuters. „Gabriel hat nichts mehr in Richtung Zuversicht vermitteln können. Das ist eher ein Gabriel-Freude-Effekt als ein Schulz-Effekt.“ Ex-Wahlkampfmanager Wasserhövel drückt es zurückhaltender aus: „Es hat Potenzial gegeben, das sich in andere Richtungen bewegt hat, solange die Führungsfrage nicht überzeugend entschieden war.“

Der Meinungsforscher und der Wahlstratege sind sich auch einig, dass die SPD im Bund mit 20 bis 22 Prozent in Umfragen unterbewertet gewesen sei. „Ein Teil dieses Aufwuchses ist daher auch eine Art Normalisierung“, sagt Wasserhövel. Zudem könne die Person Schulz punkten: „Er kommt an, überzeugt und gewinnt Vertrauen.“ Darüber hinaus gebe es offensichtlich ein größeres Potenzial von Wählern, die Veränderung wollten. „Inwieweit da auch schon Merkel-Verdruss mitschwingt, weiß ich nicht. Aber mit Merkel werden keine starken positiven Erwartungen nach vorne verbunden.“

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„Bei SPD wird sehr viel Kraft frei“

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Ich weiß nicht woher die Journalisten angesichts der mindestens 20 % für die AfD die Euphorie für die SPD und die 30% nehmen ....???

  • Ich finde, nicht nur die Krankenversicherung sollte sich nach Marcels Europäers Vorschlag am Einkommen orientieren, sondern auch die Haftpflicht- die Wohngebäude, die KfZ- und die Moped-Versicherung, denn dann würden die vielen Millionen die die Manager bekommen (auch diese SPD-13-Mio-VW-Compliance-Tante) wenigstens dem Kollektiv der Versicherten und den Chefs der Versicherungskomnzerne zu Gute kommen, die ja mittlwerweile auch knapsen müssen.

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