Schutz gefordert
DGB besorgt über Ausbeutung von Azubis

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bezeichnet Maßnahmen gegen die Ausbeutung von Auszubildenden angesichts des aktuellen Ausbildungsreports als überfällig. Viele Azubis müssten Überstunden leisten und wären generell unzufrieden mit den Betriebsbedingungen. Abhilfe sollen spontane Kontrollen schaffen.
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HB BERLIN. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat mehr Schutz für Lehrlinge vor Ausbeutung gefordert. Dem aktuellen Ausbildungsreport zufolge leisten knapp ein Drittel der Azubis unter 18 Jahren regelmäßig Überstunden. „Das bedeutet, dass viele minderjährige Auszubildende deutlich länger arbeiten müssen, als es das Jugendarbeitsschutzgesetz erlaubt“, bemängelte der DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf am Mittwoch in Berlin.

Rudolf rief die ausbildenden Betriebe dazu auf, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock meinte, eine unangekündigte Qualitätsüberprüfung in den Unternehmen zum Schutz der Auszubildenden sei überfällig.

Ausbildungshemmnisse im Gastgewerbe durch ein flexibleres Jugendarbeitsschutzgesetz abzubauen, wie von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag beschlossen, lehnt der Gewerkschaftsbund ab. Dies diene lediglich dazu, dass Hoteliers und Restaurantinhaber die Arbeitszeiten ihrer Auszubildenden bis in die Nachtstunden und an Wochenenden erweitern könnten, sagte Rudolf.

Lehrlinge im Hotel- und Gaststättenbereich sind dem Ausbildungsreport zufolge ohnehin besonders unzufrieden mit ihrer Ausbildung. Sehrbrock erklärte, „harte Arbeit, permanente Überstunden, ein oftmals rauer Ton und der Eindruck, als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden, führt bei vielen Auszubildenden in dieser Branche zu großer Enttäuschung“.

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