Schutzschirm für Pleitestaaten

Schäuble warnt vor „abseitiger“ Euro-Debatte

Mit Äußerungen zu einer möglichen Aufstockung des Euro-Schutzschirms hat Bundesbankchef Weber eine gefährliche Debatte losgetreten. Auch wenn der Notenbanker im Nachhinein alles nicht so gemeint haben will, steigen bereits Ökonomen auf das Thema ein. Finanzminister Schäuble ist wenig angetan davon. Den CDU-Politiker ärgert, dass mit „abseitigen Äußerungen“ zur Euro-Krise die Märkte verunsichert werden.
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Schäuble kritisiert das Spekulieren über den Euro-Schutzschirm. Quelle: Reuters

Schäuble kritisiert das Spekulieren über den Euro-Schutzschirm.

(Foto: Reuters)

HB MÜNCHEN/BERLIN. Finanzminister Wolfgang Schäuble hat sich gegen Forderungen von Wirtschaftsexperten ausgesprochen, den Euro- Rettungsschirm auf bis zu 1,5 Billionen Euro aufzustocken. „Ich halte von den Forderungen gar nichts“, sagte Schäuble im Bayerischen Rundfunk (Bayern2). Der aktuelle Umfang des Rettungsschirms von 750 Mrd. Euro sei ausreichend: „Wir haben ja das Instrument, um Krisen in der Eurozone zu bewältigen, daran wird im Falle Irland ja auch intensiv gearbeitet.“

Die Forderungen nach einer Erhöhung des Rettungsschirms erklärte der CDU-Politiker mit der aktuellen Nervosität. „Es wird derzeit unheimlich viel spekuliert, und da gewinnen auch ganz abseitige Äußerungen plötzlich eine Bedeutung und verunsichern die Märkte, und das schafft zusätzliche Unruhe.“ Er äußerte die Hoffnung, dass es im Falle Irlands bis Anfang kommender Woche die notwendigen Entscheidungen gebe, „damit wieder Ruhe in die Märkte einkehrt und damit diese völlig übertriebenen Spekulationen auch beendet werden“.

Bundesbank-Präsident Axel Weber hatte am Mittwoch in Paris gesagt, dass die Euro-Staaten im Notfall sicher mehr Geld zur Verfügung stellen würden, sollte der Schirm nicht ausreichen. Allerdings hatte er auch betont: „750 Milliarden Euro sollten mehr als genug sein um Attacken auf die Eurozone abzuwehren“.

Ähnlich hatte sich am Donnerstag auch Deutsche Bahn-Chef Josef Ackermann bei einer Konferenz in Berlin geäußert. Ackermann sagte, der Fonds sei wohl ausreichend, es sollte gegebenenfalls jedoch geprüft werden, ob das Volumen erhöht werden sollte.

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6 Kommentare zu "Schutzschirm für Pleitestaaten: Schäuble warnt vor „abseitiger“ Euro-Debatte"

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  • ich wusste noch gar nicht, dass Ackermann Deutsche bahn Chef geworden ist...

  • Damit wieder Ruhe in die Märkte einkehrt,so Schäuble.Da kann ich nur noch lachen,als ob die Märkte den Politiker noch etwas glauben würden.Das Gegenteil ist der Fall,alle warten auf den Offenbarungseid der Eu und der kommt frühr oder später

  • ich denke, der Euro ist schon beeindruckend, damit ich den jüngsten Krisen haben keinen Einfluss auf ihn ein Verbleib hoffen. die Europäische Union ganz offen inspirierend, es ist großartig, die bande der brüderlichkeit von ihm initiierten sehen

  • Drum merke: Gold ist (noch) verdammt billg

  • Jetzt brechen alle Dämme!
    1,5 billionen Euro werden jetzt schon für die Staatenrettungen gefordert. Sind das alles nur noch Wahnsinnige?
    ---
    Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWi) schlägt eine Erhöhung des Garantierahmens um 500 Milliarden Euro auf 1,25 billionen Euro vor. Zur beruhigung der Märkte sollte die Aufstockung "so schnell wie möglich" gemacht werden, sagte HWWi-Finanzexperte Henning Vöpel der bild-Zeitung. Der Präsident des Deutschen instituts für Wirtschaftsforschung (DiW), Klaus Zimmermann, hält sogar eine Verdoppelung des Garantierahmens auf 1,5 billionen Euro für "vorstellbar".
    Quelle: Die Zeit

  • Dieser Satz bewegt die Gemüter an den Finanzmärkten:

    „Forderungsverzicht privater Gläubiger „
    Frau Merkel hat in ins Spiel gebracht.

    Absicht?

    Unüberlegt ?

    Ja - ich denke es ist Absicht .

    Und ich denke auch, dass man Merkel unterschätzt.
    in die Rettung der HRE ist sie aus meiner Sicht noch blauäugig reingeschlittert - Dank "beratung" Ackermann, der den Arsch der Deutschen bank retten wollte.
    Sie ist Physikerin und kein bWL´ler.
    Und ich denke das man dadurch analytisch denken kann.
    Sie hat in der Zwischenzeit das Spiel der banken und Finanzmärkte im GRObEN begriffen.

    Wer seinen Verstand beisammen hat, weiß das der Euro gescheitert ist, ja scheitern mußte.
    Allein die aufgelaufenen Exportüberschüsse von D dürften die bill Euro übersteigen.
    Die stehen bei den banken als Forderungen in den büchern - egal bei welcher und an welches Land.
    Diese Forderungen sind UNEiNbRiNGbAR.
    Die Ungleichgewichte im Euroraum sind zu groß und erst in dieser Form durch den Euro entstanden.
    Man (wer auch immer) braucht den Status - VOR - dem Euro.
    Aussteigen kann auf Grund der Gesichtswahrung kein Land.
    Deutschland auf keinen Fall offen.
    Da würden alte Feindschaften auferstehen.
    Das muß man unbedingt vermeiden.
    Also fährt man ihn gegen die Wand.
    Wo liegt das Problem bei einem Scheitern mit gleichzeitigen Währungschnitt ?
    Haben wir 1945 ?
    ist alles zerstört ?
    Das D und die anderen Länder ihre Staatsschulden "wegbekommen" müssen dürfte doch jedem klar sein.
    Und es bringt noch EiNS - der USD ist zunächst aus dem Schußfeld.
    Auch dafür gibt es genug interessen - nicht nur amerikanische.

    Der Turbokapitalismus mit seiner UNENDLiCHEN Wachstumstheorie ist einfach gescheitert.
    Das es nicht mehr so weitergehen kann, hat doch als Frage jeder im Hinterkopf, der seinen Kopf nicht nur zum Haareschneiden benutzt.
    UND - neue unverbrauchte Köpfe braucht das Land.

    Man sollte sich einmal Charts z.b der Lira zur DM zwischen 1970 bis zum Euro-Start anschauen.
    Das konnte mit dem Euro nicht klappen.

    Wann zerlegt es den Euro ?
    Keine Ahnung wann !
    Aber passen würde es bei ca. 1,10 zum USD.
    Danach ein Nord und Südeuro (Weicheuro)
    Der Nordeuro würde um 30 bis 40% zum Südeuro aufwerten.
    Das würde auch bedeuten, dass automatisch 30 bis 40% der Forderungen aus dem blickwinkel der Nordeurostaaten ausfallen.
    Rechnerisch wäre dann der Nordeuro bei max. um die 1,60.
    Damit muß die Exportindustrie klar kommen.

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