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Schwaben gegen Thierse: Wiaso hond Sia sich ausg'rechnet uns rausg'suacht, hä?

Für seine Lästerei über Berliner-Schwaben erntet Bundestagsvize Thierse viel Häme. Die Schwäbische Zeitung hat ihm nun einen offenen Brief geschrieben - auf schwäbisch. Schützenhilfe bekommt Thierse von den Bäckern.

Wolfgang Thierse (SPD) hat mit seinen Äußerungen die Schwaben provoziert. Quelle: dapd
Wolfgang Thierse (SPD) hat mit seinen Äußerungen die Schwaben provoziert. Quelle: dapd

DüsseldorfDie Schwäbische Zeitung hat sich in einem offenen Brief auf schwäbisch bei Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) über dessen Schwaben-Lästereien beschwert. Die Zeitung empfiehlt Thierse, sich ein wenig mit der schwäbischen Sprache zu beschäftigen. Außerdem legt sie ihm den Gang zum Beichtvater nahe, da seine Äußerungen gegen den katholischen Geist verstießen.

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Von einem Unternehmer aus dem oberschwäbischen Laupheim bekam Thierse ein Abonnement der „Schwäbischen Zeitung“ geschenkt. „Herr Thierse soll ab sofort täglich etwas über die Schwaben erfahren und sehen, dass wir da unten auch Kultur haben“, sagte der Kunstsammler und Pharma-Unternehmer Friedrich Rentschler dem Blatt.

Thierse (SPD) hatte sich über das Auftreten der Schwaben in Berlin mokiert und damit den Unmut der Menschen aus dem Südwesten provoziert. Es ärgere ihn, wenn im Viertel Prenzlauer Berg Brötchen nach schwäbischer Art als "Wecken" und nicht als Berliner "Schrippen" verkauft würden, hatte Thierse an Neujahr im Deutschlandfunk gesagt. Er verteidigte seine Bemerkungen gegen die geäußerte Kritik.

"Wenn man beim Bäcker ist und plötzlich steht da nicht mehr 'Schrippen soundsoviel', sondern da steht 'Wecken', da denke ich, das können die doch woanders sagen, in Berlin sagt man 'Schrippen'", sagte Thierse. Ähnlich sei es, wenn statt "Pflaumenkuchen" neuerdings "Pflaumendatschi" gesagt werde.

Fachlich bekommt Thierse Rückendeckung von der Bäckerinnung. „Die Schrippe ist eine Berliner Eigenheit, bei der die Brötchen mit der Hand eingeschlagen werden“, erklärt der Stuttgarter Bäckerinnungsmeister Gerhard Sailer. Dadurch entsteht der Schlitz in Längsrichtung auf der Oberseite, der für viel knusprige Kruste sorge. Die Weckle werden dagegen mit dem Messer eingeschnitten.
So weit die Theorie. In der Realität haben sich Schrippen und Weckle längst angenähert. „Wirklich handgefertigte Schrippen gibt es kaum noch“, sagt Sailer. „Die meisten Brötchen werden heute maschinell gefertigt - und da wird eben geschnitten.“

  • 09.01.2013, 00:47 Uhramandes41

    Das war doch sein Problem: Sagt er was gegen Auslaender, dann ist er ein Rassist, sagt er etwas gegen Schwaben, dann hofft er auf Zustimmung. Schwaben sind in Berlin wegen ihrer Fähigkeiten
    nicht beliebt. Die meisten Berliner haben diese Fähigkeiten auch, aber sie wissen es nicht - Schwaben sind überall auf der Erde vertreten, wenn sie aus Berlin kommen sind es auch Schwaben, deren Problem ist, dass sie von Schrippen leben müssen.

  • 06.01.2013, 13:46 UhrBaerliner

    Was würde der Herr Thierse den sagen wenn lauter Zigeuner, Türken und Araber nach Prenzlauerberg gezogen währen und keine Schwaben??????

  • 05.01.2013, 07:14 UhrEuropabewohner

    Ach nein. Vielleicht hatte mein Vater ja doch recht wenn er sich aufregte weil wir in der Schule mal wieder Ostpakete packten.Er musste ja den Kaffee und was sonst noch jeder Schüler mit bringen sollte bezahlen.
    Und Ihr wolltet das ja gar nicht?
    Und vielleicht sollten wir uns wirklich verpfeifen und ihr wurstelt weiter wie vor 89.Aber ohne jede Unterstützung.

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