Schwacher privater Konsum wird weiter geschmälert
Wirtschaftsforscher: Höhere Strompreise gefährden Aufschwung

Nach Meinung führender deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute ist die Preispolitik der Energiekonzerne ein akutes Konjunkturrisiko.

HB BERLIN. In einer Umfrage der „Berliner Zeitung“ (Freitagausgabe) bestätigten die Ökonomen damit Befürchtungen der rot-grünen Bundesregierung, wonach die von den Versorgern angekündigten Preissteigerungen für Strom und Gas die wirtschaftliche Erholung in Deutschland gefährden.

Der Konjunkturexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH Halle), Udo Ludwig, sagte der „Berliner Zeitung“: „Steigende Strompreise sind eine Kostenbelastung für Unternehmen und Haushalte und daher für die Konjunktur schädlich“. Ähnlich urteilte das Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI Essen). Konjunkturchef Roland Döhrn sagte: „Die hohen Kosten für Energie absorbieren einen spürbaren Teil des Einkommens der Haushalte.“ Dieses Geld fehle den Haushalten dann an anderer Stelle. Dadurch werde der ohnehin schwache private Konsum in Deutschland weiter geschmälert.

Ebenfalls besorgt über die Entwicklung der Energiepreise zeigte sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Wir müssen mit konjunkturellen Einbußen rechnen“, sagte DIW- Forscherin Claudia Kemfert. Sie übte Kritik am Preisgebaren der Energiekonzerne. Die Preise für Strom seien in Deutschland höher als es die Weltmarktentwicklung rechtfertigen würde, erklärte Kemfert. Sie fügte hinzu, mit der Liberalisierung des Strommarktes sei die Hoffnung auf sinkende Preise verbunden - „doch heute haben sich die großen Konzerne ausgebreitet, sie beherrschen die Branche, und ihre willkürliche Preisgestaltung treibt den Markt nach oben“, so die DIW- Forscherin.

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