Schwarz-Gelb
Großkampftage für Berlins Lobbyisten

Für Berlins Lobbyisten sind die Koalitionsgespräche zwischen Union und FDP eine entscheidende Zeit, die Interessenvertreter nutzen jede Chance zur Kontaktaufnahme mit den Wahlsiegern. Was in den Koalitionsvertrag kommt, kann später nur schwer rückgängig gemacht werden. Das Spektrum der Wünsche ist breit gestreut.
  • 0

BERLIN. Bis sich Union und FDP in den Koalitionsgesprächen auf eine schwarz-gelbe Regierung geeinigt haben, werden die Verhandlungsführer nicht nur von den Medien belagert. Auch die rund 3 500 Lobbyisten in Berlin werden in den nächsten Wochen jede Gelegenheit zur Kontaktaufnahme mit den Wahlsiegern und künftigen Regierungsmitgliedern nutzen. Denn was jetzt in den Koalitionsvertrag kommt, kann später nur schwer rückgängig gemacht oder verändert werden.

Das Spektrum der Wünsche ist dabei breit gestreut. Zu den besonders aktiven Branchen gehört von jeher die Energiewirtschaft. Direkt nach der Wahl gab der größte Branchenverband, der BDEW, die Richtung vor. Man wolle eine stärkere Bündelung der Kompetenzen, etwa in einem Energieministerium, ließ Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller die künftigen Koalitionäre wissen. Dabei bringt gerade Müller als ehemalige Staatsministerin im Kanzleramt beste Voraussetzungen mit, um die Interessen der Mitglieder ihres Verbandes in den kommenden Tagen und Wochen an der richtigen Stelle in die Verhandlungen einzuspeisen.

Während der BDEW oder die Interessenvertreter der Industrie (BDI) und der Arbeitgeber (BDA) die großen Linien verfolgen, kümmern sich die kleineren Verbände der verschiedenen Branchen um die Details. Partikularinteressen der Ökostrom-Branche, der kommunalen Energieversorger, der Stromnetzbetreiber oder der Kernenergie-Anbieter sollen sich natürlich ebenso im Koalitionsvertrag finden wie die von Elektroindustrie, Verpackungsherstellern oder IT-Unternehmen. "Wir zielen darauf ab, wenigstens mit einem Satz im Koalitionsvertrag erwähnt zu werden", sagt ein Verbandslobbyist. Wenige Worte - etwa zur Privatisierung der Bahn - genügen da oft schon. Unter Lobbyisten gilt es als Ritterschlag, wenn man seine Interessen mit einem Satz oder gar einer ganzen Textpassage im Koalitionsvertrag sichern kann.

Seite 1:

Großkampftage für Berlins Lobbyisten

Seite 2:

Kommentare zu " Schwarz-Gelb: Großkampftage für Berlins Lobbyisten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%