Schwarz-Gelb
Schwarz-Gelb: Mit Vollgas in die Schuldenfalle

Union und FDP führen ihre Koalitionsverhandlungen in Rekordtempo. Viele Themen sind schon abgehakt. Doch das große Finale bei Steuern und Gesundheit ist noch nicht entschieden. Der umstrittene Sonderfonds dürfte wohl kommen. Der Schattenhaushalt schafft die Voraussetzung für künftige Bilanzkosmetik.

BERLIN. Auf den Tischen der Abgeordneten liegt schon einmal der Fahrplan für die nächste Woche. Am kommenden Dienstag treffen sich die Parlamentarier in der Sankt-Hedwigs-Kathedrale zum ökumenischen Gottesdienst. Danach ist Fraktionssitzung, bei der "vollzählige Präsenz" verlangt wird. Nachdem sich der Bundestag dann am 27. Oktober konstituiert hat, steht am Folgetag die Wahl der Kanzlerin an.

Wenn alles gutgeht.

Noch einmal kommt heute ab 14 Uhr die große Runde von CDU/CSU und FDP zusammen. Schon vorab wollten sich die Parteichefs treffen. "Das sind die Tage der Entscheidung", sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. "Ich sehe das Gipfelkreuz", kalauerte sein Parteichef Horst Seehofer bereits am Sonntag. Gelänge Ende dieser Woche der Abschluss, wären es immer noch die kürzesten Koalitionsverhandlungen in der Geschichte der Bundesrepublik. Freitag oder Samstag wollen die drei Parteichefs mit ihrem Ergebnis vor der Bundespressekonferenz glänzen. Danach werden die Fraktionen am Sonntag und Montag und schließlich die Parteitage den druckfrischen Vertrag absegnen.

Eigentlich hätte es schon so weit sein sollen. Die Abgeordneten eilen in den Fraktionssaal im dritten Stock des Reichstagsgebäudes. Hätten sich Schwarz und Gelb, wie ursprünglich erwartet, schon am Wochenende geeinigt, könnten sie jetzt über das Ergebnis reden. So aber referieren Fraktionschef Volker Kauder und Kanzlerin Angela Merkel Zwischenstände.

Die kann auch erkennen, wer auf den weißen Ordner blickt, den CSU-General Dobrindt mit sich schleppt. Fein säuberlich mit farbigen Klebestreifen hat er da Bestandteile des Koalitionsvertrags unterteilt: Was ist Konsens? Was ist strittig? Der Konsens-Teil ist dicker.

Die Kollegen von der FDP kommen vorbei, sie müssen ein Stockwerk tiefer, zu ihrer Sitzung. FDP-Chef Guido Westerwelle muss früher gehen, er ist vergrippt, will sich für die Verhandlungen schonen. "Es ist noch nichts entschieden", sagt Finanzexperte Hermann Otto Solms.

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