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05.02.2008 
Streitfall Transrapid

Schwebendes Verfahren

von Markus Fasse und Joachim Hofer

Als Edmund Stoiber als bayerischer Ministerpräsident abtrat, hat der der Landeshauptstadt Münchenern ein gewichtiges Erbe vermacht: den Transrapid. Dabei wollen viele das kostspielige Geschenk gar nicht - während es andere kaum erwarten können. Vor der Kommunalwahl geht das Gezerre in eine neue Runde.

Versehnt und verwünscht zugleich: Der Transrapid polarisiert. Das Vermächtnis Edmund Stoibers ist dabei noch längst nicht gesichert - und könnte für immer ein Modell bleiben. Foto: dpaLupe

Versehnt und verwünscht zugleich: Der Transrapid polarisiert. Das Vermächtnis Edmund Stoibers ist dabei noch längst nicht gesichert - und könnte für immer ein Modell bleiben. Foto: dpa

MÜNCHEN. Es müssen prägende Pendlerzeiten gewesen sein. Jede Woche ist der Ministerialdirektor Reinhard Dörfler mit der S-Bahn hinaus zum Flughafen gefahren, montags hin, freitags zurück. 45 Minuten brauchte er vom Münchener Hauptbahnhof, nicht viel länger dauerte sein Flug ins ferne Bonn, wo der Spitzenbeamte sechs Jahre lang arbeitete.

"Mit Grauen" erinnert sich Dörfler heute an diese Zeit zurück, an zugefrorene Weichen und an Durchsagen über unplanmäßige Zwischenstopps auf freier Strecke.

Heute wohnt und arbeitet er in München. Reinhard Dörfler ist Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK). Doch der Traum ist geblieben: eines Tages zum Flughafen zu schweben, in zehn Minuten.

Dörfler hat einen Club gegründet, der das kollektive S-Bahn-Trauma der Flughafenbenutzer zu überwinden sucht. "Bayern Pro Rapid" heißt die Initiative, die dem umstrittenen Großprojekt Transrapid im Münchener Norden doch noch Flügel verleihen soll. Keine drei Monate ist der Club alt, doch schon 1 000 Mitglieder hat der IHK-Hauptgeschäftsführer geworben.

Schulterklopfen und Spenden sind ihm sicher, eine halbe Million Euro sind zusammen. Jetzt will der 61-Jährige in die Offensive. Denn trotz aller politischen Willensbekundungen, trotz aller industriellen Treueschwüre wackelt Deutschlands letzte Chance auf den Superzug, das spürt der Jurist. "Wir haben einen schweren Stand", sagt Dörfler. "Und wir brauchen jetzt endlich die Meinungsführerschaft für den Transrapid."

Es geht um die Meinungsführerschaft bei einem Projekt, das die meisten Menschen außerhalb von München als längst beschlossen wähnten. Es ist kein halbes Jahr her, als in einer lauschigen Spätsommernacht Edmund Stoiber in seinen letzten Tagen als Ministerpräsident von Bayern den "Durchbruch" für den Transrapid verkündete.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Stoibers Vermächtnis

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