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05.02.2008 

"Bonzenschleuder" nennen die Grünen den geplanten Flughafenshuttle. Auf ihren Plakaten hat der Transrapid grimmige Augen und bleckende Haifischzähne. Er ist böse. Die Grünen regieren in München gemeinsam mit dem populären SPD-Bürgermeister Christian Ude. Der führt seit Monaten den Transrapid-Widerstand an.

Ude weiß nicht nur die Anwohner der geplanten Trasse hinter sich. Im wirtschaftlich prosperierenden, aber gemütlichen München wirken vierhundert Stundenkilometer schnelle Transportmittel bisweilen störend. Zehntausende haben vor Weihnachten schon auf dem Marienplatz gegen den Bau der Transrapid-Trasse demonstriert und die Innenstadt lahmgelegt. "Das haben wir unterschätzt", sagen die Transrapid -Befürworter.

38 000 Unterschriften hat das Aktionsbündnis der Gegner bereits für einen Volksbegehren gesammelt: Die Bürger sollen abstimmen, ob Bayern sich überhaupt an den Kosten für die Magentschwebebahn beteiligen soll. Die CSU versucht, diese Abstimmung auf juristischem Weg zu verhindern. "Argumentationsdefensive" nennt ein Regierungsmitglied das Dilemma. Die Staatsregierung weiß: Nur mit rechtlichen Kniffen kommt der Transrapid nicht ans Ziel.

Es ist ein zwiespältiges Erbe, das Stoiber seinen Nachfolgern hinterlassen hat. Denn so schön die Vision vom Schweben ist, so gewagt ist auch die Kalkulation. 925 Millionen Euro kommen vom Bund, der Rest von der Industrie und dem Freistaat Bayern. Mehr als einmal betonte Stoibers Nachfolger Günther Beckstein, dass der Freistaat nicht mehr als 500 Millionen Euro beisteuern wird.

Es grummelt in den Provinzgliederungen der CSU. Nahverkehr in Oberfranken oder Prestigeprojekt in München? Auf diese Frage lässt sich die gefährlich verkürzte Debatte für Beckstein zuspitzen. Im Herbst sind Landtagswahlen, und der Franke spielt auf Zeit. Erst im Sommer kommen die Ergebnisse des Planfeststellungsverfahrens auf den Tisch und damit die realistischen Kosten. Niemand weiß, ob die Behörden die Trasse so wie geplant durchwinken. Grundlage der Kalkulation sind bislang Zahlen aus dem Jahr 2004.

"Allein die Kupferpreise für die Magnettrasse haben sich seitdem vervielfacht, die Mehrwertsteuererhöhung ist gar nicht eingerechnet", sagt der Transrapid-Kritiker Runge. Selbst der Transrapid-Fanclubgründer Dörfler räumt ein: "Wird die Strecke am Ende teurer als zwei Milliarden, wird es eminent schwierig."

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Ladenhüter Transrapid

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