Schwere Vorwürfe
US-Schuldendrama erzürnt China

Die USA ziehen mit ihrem Schuldenstreit zunehmend Zorn in China auf sich. Im Zentralorgan der Kommunistischen Partei wurden schwere Vorwürfe gegen die amerikanische Politik laut. Von einer "Farce" ist die Rede.
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Peking Der Umgang mit der Schuldenkrise sei „unverantwortlich“ und „unmoralisch“, kritisierte die Partei-Zeitung „Renmin Ribao“ in ihrem Leitartikel. Die US-Abgeordneten seien bereit, „für ein paar Wählerstimmen“ die Interessen Dritter zu opfern. Angesichts der Wahlen im kommenden Jahr seien die Folgen des Streits für die ganze Welt und sogar die für die USA selbst völlig aus dem Blick geraten.

Der Kommentator sieht die Ursache des Übels im politischen System der USA. „Das Wahlsystem hat die Handlungsfreiheit des Präsidialamts eingeschränkt“, konstatierte er. „Die Farce, die sich in den USA auf der politischen Bühne abspielt, zeigt der ganzen Welt, wo die politischen Probleme der Vereinigten Staaten liegen.“ Das Blatt repräsentiert nicht die offizielle Position der Kommunistischen Partei Chinas, spiegelt aber häufig Debatten in hochrangigen Regierungskreisen wider.

China ist der größte Gläubiger der USA. Die Vereinigten Staaten haben nach Auskunft der Regierung in Washington nur noch bis Dienstag Zeit, um ihre Schuldenobergrenze anzuheben. Kommt es zu keiner Einigung mit der Opposition, droht die Zahlungsunfähigkeit.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das ist ein Ausdruck von Panik. Wenn die USA ihre Schulden nicht mehr bedienen sollten und die treasuries massiv an Wert verlieren, kommt wahrscheinlich China mittelfristig in eine größere Existenzkrise als die USA.

    1. Auch die Chinesen haben auf allen staatlichen Ebenen deutlich mehr Schulden als offiziell angegeben. Wenn die Guthaben gestrichen werden, kommen auch sie der Pleite nah, v.a. wenn zeitgleich ihre Immobilenblase platzt - was sehr wahrscheinlich ist sobald Punkt 3 eintritt.

    2. Wenn ihr Wachstumspartner ein- oder zusammenbricht, hat das auch für die chinesisiche Wirtschaft massive Folgen. Wenn man nicht mehr an die USA verkaufen kann, werden viele Industrien dicht machen.

    3. Wenn die Welt ins Wanken kommen sollten, werden westliche Investoren ihre Gelder aus China abziehen, um mit dem repatriierten Geldern ihre Schulden zu Hause bezahlen zu können. Im Unterschied zur Lehmannkrise wird das Guthaben der chinesischen Regierung aber wertlos und man kann mit keinem gigantischen Konjunkturprogramm mehr gegensteuern. Noch schlimmer wird es, weil in den letzten Monaten ein großteil der Dollar-Liquidität nach China geflossen ist und dort alles noch mehr aufgebläht hat.

    Wichtig ist, dass diese drei Punkte für Länder wie Deutschland oder die USA schon ein massives Problem wären. Für China sind solche Szenarien beinahe katastrophal, weil die sozialen Folgen unabsehbar wären, es kaum gesellschaftliche Auffangsysteme gibt und das politische System schneller wankt als wir uns hier vorstellen können. Ein gutes Beispiel liefert Deutschland vor der letzten Weltwirtschaftskrise. Auch wir waren damals aufstrebend, aber der Kapitalabzug der Amerikaner hat uns völlig ruiniert. Bei China werden meist 8%-Wachstum als Grenze angegeben unter der es ungemütlich wird.

  • Ausgerechnet China muß sich beklagen, wo doch die USA für Chinas Wirtschaft die Steigbügelhalter waren und ein riesiges Außenhandelsdefizit falsch verstandener Globalisierung zuließen.
    Alle Industrienationen haben die gleichen Fehler begangen. Sie wollten und wollen ihre Wettbewerbsfähigkeit über Lohndumping und Teilzeitarbeit lösen und haben damit den Billigimporten, der Arbeitslosigkeit, Einbußen an Steuereinnahmen den Weg bereitet. Über so viel globale Dummheit sollten sich die Chinesen freuen; machen sie wahrscheinlich auch.
    China lebt hauptsächlich vom Plagiat. So auch im Städtebau. Derzeit sind in China rund 150 neue Städte geplant oder bereits im Bau. Folgt man dem bisherigen Muster, so werden die neu angelegten Straßen über kurz und lang zu schmal sein, und wie in Peking 2-geschossig ausgeführt werden anstatt den Verkehr am Ort durch die "Stadt der kurzen Wege" zu binden. Diese Ressourcenverschwendung schlägt unweigerlich auf den Weltmarkt durch. Öl wird auf diese Weise noch sehr teuer werden. Die Gesellschaften werden am täglichen Streß erlahmen.

    http://www.bps-niedenstein.de/

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