Schwerpunkt der Demonstrationen in Ostdeutschland
Tausende gehen erneut gegen Hartz IV auf die Straße

Die Proteste gegen die Arbeitsmarktreformen der Bundesregierung wurden vor allem in Ostdeutschland teils noch ausgeweitet.

HB BERLIN. Schwerpunkte der Demonstrationen waren wie in den vergangenen Wochen Berlin, Magdeburg und Leipzig, wo nach Angaben der Veranstalter zusammen mindestens 70 000 Menschen auf die Straße gingen. In Westdeutschland habe sich die Zahl der Städte erhöht, in denen gegen die Hartz-Reformen demonstriert worden sei, sagte ein Sprecher der Organisation Attac. Nach Protesten der Datenschützer wurde das Antragsformular für das neue Arbeitslosengeld II überarbeitet. Die Regierung kündigte weitere Maßnahmen an, um in der Öffentlichkeit die Vorbehalte gegen Hartz IV auszuräumen.

Nach Angaben von Attac waren in rund 140 Städten Proteste geplant. Vor einer Woche hatten sich nach Schätzungen von Polizei und Organisatoren zwischen 100 000 und 150 000 Menschen an den Demonstrationen beteiligt. Sie werfen der rot-grünen Koalition vor, durch die zum Jahresbeginn geplante Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe viele Menschen in die Armut zu drängen.

In Berlin zogen wegen eines Streits unter den Organisatoren zwei Demonstrationszüge durch die Hauptstadt. Die Protestanten skandierten Parolen wie „Weg mit Hartz IV - das Volk sind wir“ und forderten auf Transparenten und in Sprechchören die Ablösung von Bundeskanzler Gerhard Schröder: „Der Kanzler der Reichen - Schröder muss weichen.“ Der größere Demonstrationszug führte vom vom Roten Rathaus zur Grünen-Zentrale. Während die Veranstalter von 30 000 Menschen sprachen - was einer Verdoppelung der von der Polizei für die vorige Woche gemeldeten Zahl entspräche - schätzte die Polizei die Teilnehmerzahl auf 5000. Eine zweite Demonstration zog vom Alexanderplatz zur SPD-Parteizentrale. Hier beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 2500 Menschen. Wenige Stunden zuvor hatte sich SPD-Chef Franz Müntefering bereit zum Dialog mit den Demonstranten gezeigt, allerdings Änderungen abgelehnt.

In Leipzig zogen nach Angaben der Polizei rund 16 000 Menschen mit Trillerpfeifen und Sprechchören durch die Straßen, nach Schätzung der Veranstalter waren es rund 30 000. Kommende Woche will der ehemalige SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine an der Leipziger Demonstration teilnehmen. In Dresden beteiligten sich nach Polizeiangaben mit 2000 Personen doppelt so viele Menschen an der Demonstration wie in der vergangenen Woche. Hingegen verringerte sich die Teilnehmerzahl in Magdeburg, wo die Demonstrationen am 2. August begonnen hatten. Dort gingen am Montag nach Polizeiangaben 8000 Menschen auf die Straße. Vor einer Woche waren es noch doppelt so viele gewesen.

Seite 1:

Tausende gehen erneut gegen Hartz IV auf die Straße

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%