Seefahrt
Steinmeier warnt vor Fahrt durch Piratengebiet

Nachdem der Bundestag einem Bundeswehreinsatz gegen die Piraten vor der Küste Somalias zugestimmt hat, warnt Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) vor Urlaubs-Kreuzfahrten durch die Piratenregion. Die Marine könne Sicherheit nicht garantieren. Deutsche Reeder fordert Steinmeier auf, wieder unter deutscher Flagge zu fahren.

HB BERLIN. Reeder, die unter anderer Flagge fahren, sollten dies ernsthaft überlegen, wenn sie "jetzt nach Schutz rufen", sagte Steinmeier der "Bild am Sonntag". Trotz der Beteiligung der Bundeswehr am Kampf gegen die Piraten vor Somalias Küste warnte Steinmeier vor allem Kreuzfahrtschiffe vor einer Durchquerung der Region. "Um es ganz klar zu sagen: Die Gewässer vor dem Horn von Afrika sind aktuell keine Region für Urlaubskreuzfahrten! Auch die deutsche Marine kann nicht jedes Schiff schützen, und international ist vereinbart, dass Schiffe mit Hilfsgütern für die darbenden Menschen in Somalia vorn anstehen müssen", sagte Steinmeier dem Blatt.

Auch wenn die deutsche Marine im Rahmen der EU-Mission Atalanta einen Beitrag dazu leisten werde, die Seewege am Horn von Afrika sicherer zu machen, bleibe die Region "eines der gefährlichsten Schifffahrtsgebiete weltweit", betonte Steinmeier. In diesem Jahr seien bereits mehr als 200 Schiffe entführt worden. 17 Schiffe mit rund 200 Mann Besatzung befänden sich derzeit noch in den Händen der Piraten.

Der Bundestag hatte am Freitag der Beteiligung der Bundeswehr an der EU-Mission zugestimmt. Deutschland beteiligt sich an der Überwachung der Gewässer vor der nordostafrikanischen Küste zunächst vor allem mit der Fregatte "Karlsruhe", die auch zwei Hubschrauber an Bord hat. Sie befindet sich bereits in der Region. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Samstag sagte, wurde die Fregatte noch am Freitag dem Einsatzverband der EU unterstellt. Insgesamt können bis zu 1 400 deutsche Soldaten am Kampf gegen Piraten vor der Küste Somalias teilnehmen.

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