P>Der Vorsitzende der Verbraucherorganisation Foodwatch, Thilo Bode, forderte mehr Transparenz und härtere Strafen. Da massenhaft betrogen werde, sei das Problem nicht durch Kontrollen in den Griff zu bekommen, sagte Bode am Samstag in einem Interview mit der NDR info. „Es muss Anreize geben nicht zu betrügen, und wenn die Politik diese Anreize nicht schafft, also entweder durch diese Transparenz, dass die Namen genannt werden, oder durch Strafen, dann nützen auch mehr Kontrollen nichts, schaffen nur mehr Bürokratie.“
Das Ausmaß des Gammelfleisch-Skandals in Bayern ist nach Angaben der Polizei noch nicht abzusehen. Am Samstag ging die Auswertung der sichergestellten Geschäftsunterlagen weiter. Wie Polizeisprecher sagten, sei angesichts des großen Umfangs der Beweismittel mit weiteren Ermittlungsergebnissen kurzfristig nicht zu rechnen. Die Landesgesundheitsbehörden in Bayern gehen nach ersten Untersuchungen nicht von einer Gefahr für die Verbraucher aus. Der Geschäftsführer der Münchner Firma blieb nach einem Verhör am Freitag auf freiem Fuß. Zu der dort gefundenen Gammelware gehörten laut Behörden unter anderem tonnenweise Döner-Spieße. Gegen den 53- jährigen Inhaber der Fleischzentrale im niederbayerischen Metten wird wegen Betrugsverdachts und Verstößen gegen das Lebensmittelrecht ermittelt.

