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07.10.2008 
Beckstein-Nachfolge

Seehofer-Konkurrenten geben auf

Einer Wahl von Bundesagrarminister Horst Seehofer zum neuen bayerischen Ministerpräsidenten steht nichts mehr im Wege. Seine Konkurrenten zogen ihre Kandidaturen für das Amt überraschend zurück.

Auf dem Sprung nach München: Bundesagrarminister Horst Seehofer. Foto: dpaLupe

Auf dem Sprung nach München: Bundesagrarminister Horst Seehofer. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Damit stehe in der entscheidenden CSU-Fraktionssitzung am Mittwoch nur noch Seehofer zur Abstimmung, teilte die CSU-Landesleitung am Dienstag in München mit. Seehofer, der bereits die Unterstützung wichtiger CSU-Bezirke hat, hatte zuvor auch vom Münchner CSU-Bezirksvorstand Rückendeckung bekommen. Seehofer müsse als zukünftiger Parteivorsitzender in jedem Fall "eine große Integrationsanstrengung unternehmen", um den schwelenden Konflikt zwischen den Bezirksverbänden in Franken und Altbayern zu beenden, sagte Landtagspräsident Alois Glück. "Sonst findet die CSU nicht zu ihrer alten Stärke zurück."

Berichten zufolge will die CSU-Landtagsfraktion in ihrer Sitzung nicht nur über den Regierungschef entscheiden, sondern auch über den wichtigen Posten des Fraktionsvorsitzes abstimmen. Amtsinhaber Georg Schmid wolle mit einer schnellen Wahl seine Stellung retten, berichteten "Süddeutsche Zeitung" und "Passauer Neue Presse". Er hatte sich zunächst auch als Ministerpräsidenten-Kandidat beworben, aber nach nur zwei Tagen zurückgezogen. Schmid hatte das strenge bayerische Rauchverbot maßgeblich mit durchgesetzt und war deshalb nach dem Wahldebakel für die Stimmenverluste mitverantwortlich gemacht worden.

In den vergangenen Tagen war spekuliert worden, der scheidende Parteichef Erwin Huber könne den Fraktionsvorsitz übernehmen. Huber selbst hat sich zu seinen Zukunftsplänen noch nicht geäußert. Der Landtagsabgeordnete Hermann Imhof sprach sich in der "Passauer Neuen Presse" für Schmid aus. Dieser sei nicht alleine für das Thema Rauchverbot verantwortlich. Es bringe nichts, "Schmid zu entsorgen, das Thema bleibt uns", sagte Imhof und verwies auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen.

Am Mittwochabend stand ein erstes Sondierungsgespräch der CSU-Führung mit den Freien Wählern an. Für Donnerstag ist ein zweites Gespräch mit der FDP anberaumt.

In Berlin wird derweil schon über Seehofers Nachfolger als Verbraucherschutzminister nachgedacht. Als möglicher Kandidat gilt sein Parlamentarischer Staatssekretär Gerd Müller.

CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer hatte bereits vergangene Woche klar gemacht, dass er nicht ins Kabinett wechseln will. Wenn es schon anderswo rund gehe, müsse die Landesgruppe dringend ein Zeichen der Stabilität und Kontinuität setzen, begründete er seine Entscheidung.

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