Seehofer stocksauer

CSU-Politiker drohen alter Dame

Wie war das mit Dialog und Transparenz? Nachdem zwei Augsburger CSU-Politiker einer Frau wegen eines Leserbriefes mit juristischen Schritten drohten, kocht nun Parteichef Horst Seehofer.
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Zerknirschter Horst Seehofer: Der Umgang seiner Parteikollegen mit einer alten Dame gefällt dem CSU-Chef gar nicht. Quelle: dpa

Zerknirschter Horst Seehofer: Der Umgang seiner Parteikollegen mit einer alten Dame gefällt dem CSU-Chef gar nicht.

(Foto: dpa)

MünchenZwei Augsburger CSU-Politiker haben einer 68 Jahre alten Rentnerin wegen eines missliebigen Leserbriefs mit juristischen Schritten gedroht - und damit den Zorn von Parteichef Horst Seehofer auf sich gezogen. „Beinahe täglich rede ich von Dialog, Transparenz, auf die Bürger zugehen“, klagte Seehofer am Mittwoch am Rande der Landtagssitzung - „und dann schlägt wieder irgendwo der Blitz ein. Mir gefällt das nicht.“

Über den Fall berichtete vergangene Woche zuerst die „Augsburger Allgemeine“, die den Leserbrief der alten Dame abgedruckt hatte. Die Rentnerin - dem Bericht zufolge selbst lange in der CSU aktiv - kritisierte darin den Augsburger CSU-Landtagsabgeordneten Bernd Kränzle.

Anschließend wurde sie von Kränzle und seinem Augsburger CSU-Parteifreund Rolf von Hohenhau per Anwalt aufgefordert, die Äußerung zurückzunehmen. Von Hohenhau ist Präsident des Bundes der Steuerzahler in Bayern. Die Rentnerin ließ sich nicht einschüchtern und wandte sich an die Zeitung. Nach einem Proteststurm nahmen beide CSU-Politiker ihre Forderung zurück. Seehofer kündigte an, der Sache noch nachzugehen.

  • dpa
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8 Kommentare zu "Seehofer stocksauer: CSU-Politiker drohen alter Dame"

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  • Mit heutigen Politikern in Berlin und anderen Bereichen, wird es ohnehin bald nur noch einen Dialog geben. Das Französische von 1789.

    Ich habe noch nie so eine Anhäufung von korrupten Lumpen
    wie in dieser Zeit an einem Fleck gesehen. Das Volk mag offenbar viel zu viel Geduld aufbringen und das auch schon viel zu lange... Das wird sich explosionsartig - eines Tages - ändern. Das Schöne daran: ich prophezeie, aber das Volk wird es von selbst tun.

  • Selbst die sepplhosentragenden Bierzeltler müssen doch verstehen was da läuft - ich kann's einfach nicht mehr fassen - es ist doch noch gar nicht so lange her.
    Free Gustl !!!

  • Eines habe ich noch vergessen bevor ihr kommt wie zu Fr. Prof. Dr. Gesser - ich habe Angst.
    Free Gustl !!!

  • Irgendetwas ist faul im schönen Bayernland - NSU, Hoehness, die Familienmitarbeiter, Merk, BayernLB, - das muss aufhören wenn dieser Staat zurück zu einer gelebten Demokratie kommen möchte. Free Gustl !!! Und der Fisch fängt am Kopf an zu stinken - un der feine Hr. Seehofer möchte der Sache nachgehen.

  • So ist es. Zwei Lokalpolitiker, die sich selbst blamieren, interessieren das Publikum kaum. Die bedrohliche Vorstellung der Damen Merk und Haderthauer in Addition mit den ungeklärten Polizeiaffären in Rosenheim und München interessieren dagegen sehr.

    Jede einzelne dieser Affären ist eine Bedrohung des Rechtstaates. Und man schaut in die Vergangenheit und fragt sich besorgt: Wo ist der Unterschied? Sind wir schon wieder soweit?

    Ist es wirklich so schwer Mollath einem unabhängigen Gutachter vorzuführen? Ist es wirklich so schwer die Vorwürfe gegen eine kleine Zahl Polizisten aufzuklären?
    Ist der Landtag eine Juxveranstaltung????

  • Hätten diese beiden "Politprofis" einfach die Klappe gehalten, spräche vermutlich bereits kein Mensch mehr von den Vorwürfen. Schon gar nicht bundesweit. Ganz gleich ob nun berechtigt, oder nicht.

    Als Politiker auf Anwälte zurückzugreifen, hat ohnehin in der öffentlichen Wahrnehmung immer den Touch des Erbärmlichen. Es wirkt meist hilflos und obendrein unangemessen.

    Überhaupt ist dieses ganze blasierte "Mit-dem-Anwalt-Gedrohe" wie eine aus Übersee eingeschleppte Pest, die wirklich bald ihr Ende finden sollte.

  • Was soll man sagen ... Vielleicht ist diese Vorgehensweise, die ureigenste Wesensart der CSU.
    Oftmals geht es gut, der Betroffene lässt sich einschüchtern ... manchmal geht es daneben und wird öffentlich, wie hier eben.

    Was kann man gegen einen Leserbrief haben ? Vielleicht haben manche ein Problem mit ihrem Demokratieverständnis ?

  • Herr Seehofer, verzetteln Sie sich nicht zu sehr in Bayern.

    Landtagsabgeordnete als Familienbetriebe und nun dieser Fall der älteren Dame, die sich Gott (wird ja in Bayern öfters angerufen) sei Dank nicht einschüchtern ließ.

    Aber dies alles ist gar nichts im Vergleich zu der eben durchgegebenen Meldung, dass Mollath noch mindestens 1 Jahr in der Psychiatrie bleiben muß.
    Vermutlich kann man aus "juristischen Gründen" gar nichts anderes machen.... (Ironie aus).

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