Die EU-Kommission lehnte zusätzliche Mittel für Bauern ab. „Es gibt kein neues Geld für die Landwirtschaft“, sagte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel. Sie sehe durchaus die Schwierigkeiten der Milchbauern. Seit 2003 gebe es aber mehr Geld für sie, und die EU-Länder könnten einen Teil der Beihilfen umlenken.
Fischer Boel zeigte sich zuversichtlich, einen Kompromiss zu finden. Die Kommissarin warb für eine weitere Erhöhung der Milchproduktionsquote von 2009 bis 2013 um ein Prozent pro Jahr, damit Europa auf die weltweite Nachfrage reagieren könne. Außerdem verteidigte sie die Pläne zur Senkung der direkten Zahlungen an Bauern. Die ländlichen Regionen brauchten mehr Geld im Kampf gegen den Klimawandel und um Bioenergie zu produzieren.
Der Deutsche Bauernverband will mit dem Milchfonds von rund 300 Millionen Euro pro Jahr Probleme durch den geplanten Wegfall der Milchquote 2015 abfedern. Die Erhöhung der Quote in diesem Frühjahr um zwei Prozent gilt als ein Grund für Preissenkungen bei Milch.
Sonnleitner sieht einen langsamen Aufwärtstrend bei Preisen für Milchprodukte. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter hatte mit einem Lieferstopp für höhere Preise demonstriert. Mehrere Handelsketten verteuerten Trinkmilch, Molkereien wollen den Bauern mehr zahlen.
Der Bauernverband fordert von der Bundesregierung außerdem steuerfreie Gewinnrücklagen. Seehofer verlangte erneut bei Änderungen bei der Reform der Erbschaftsteuer. Die FDP-Bundestagsfraktion schlug eine Senkung der Ökosteuer vor, um Landwirte zu entlasten. Auf dem Bauerntag feiert der Bauernverband sein 60-jähriges Bestehen. An diesem Dienstag ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Gast.


