Seehofer zur Regierungsbildung

„Sonst machen wir uns in der ganzen Welt lächerlich“

Acht Wochen, dann soll eine neue Regierung in Deutschland stehen. Das jedenfalls fordert der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer. Seine Kritik am SPD-Basisvotum perlt derweil an der Partei ab.
Update: 28.09.2013 - 13:13 Uhr 24 Kommentare
Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer mahnt eine schnelle Regierungsbildung an. Quelle: dpa

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer mahnt eine schnelle Regierungsbildung an.

(Foto: dpa)

BerlinDer CSU-Vorsitzende Horst Seehofer drückt bei der Bildung einer neuen Bundesregierung nach der Wahl aufs Tempo. „Wir sollten die Regierungsbildung auf jeden Fall zügig in diesem Jahr abschließen. Da bleiben unter dem Strich etwa acht Wochen zum Verhandeln“, sagte Seehofer der „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht. „Das sollten wir schaffen, sonst machen wir uns in der ganzen Welt lächerlich. Deutschland hat eine Führungsaufgabe in Europa, beim Euro und damit global.“

Die SPD hat am Freitag die Weichen für erste Gespräche über eine schwarz-rote Bundesregierung gestellt. Ein Kleiner Parteitag gab überraschend geschlossen grünes Licht für ein erstes Treffen mit der Union, das kommende Woche stattfinden könnte. Die Grünen wollen bei einem Länderrat am Samstag in Berlin über ihr weiteres Vorgehen beraten.

Unterdessen verteidigte der Koordinator der Linken im SPD-Vorstand, Ralf Stegner, den Beschluss des Parteikonvents, die SPD-Mitglieder nach Abschluss einer Koalitionsvereinbarung zu befragen, gegen Seehofers Kritik. „SPD-Mitglieder sind es nicht wie in der CSU gewohnt, bei Entscheidungen der Parteiführung einfach die Hacken zusammen zu schlagen“, sagte Stegner Handelsblatt Online. „Lächerlich ist doch eher, dass bei dem notorischen Zickzack-Kurs von Horst Seehofer die CSU auf Gedeih und Verderb folgen muss.“

Bei der SPD sei innerparteiliche Demokratie sehr wichtig, betonte Stegner, der auch Chef der SPD in Schleswig-Holstein ist. „Die Frage, ob man nach der Wahl mit jemandem koaliert, zu dem man im Wahlkampf als Alternative angetreten ist, ist eine, die nur die Mitglieder entscheiden können.“ Das habe nichts mit Angst zu tun, sondern ist im Gegenteil „ein Ausdruck unseres Selbstbewusstseins“. Für eine SPD-Regierungsbeteiligung gebe es daher zwei Bedingungen: Es müsse einen Politikwechsel heben und die Mitglieder müssten zustimmen.

Seehofer hatte mit Blick auf das geplante SPD-Basisvotum gesagt: "Die Vorsitzenden der beteiligten Parteien haben alle ein Mandat und die Verantwortung, für stabile Verhältnisse zu sorgen. Wir sind doch keine Hasen, die aus Schreck vor einer Regierungsbildung kreuz und quer durchs Feld laufen, bis der Jäger sie erwischt."

  • rtr
  • dne
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24 Kommentare zu "Seehofer zur Regierungsbildung: „Sonst machen wir uns in der ganzen Welt lächerlich“"

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  • Entlarvend dumm Seehofer's Aussage. Ich schlage vor, das Seehofer einfach "sein Maul hält". (O-Zitat Merkel) Die Basis zu befragen ist gelebte Demokratie. Das geht Seehofer schlichtweg "einen Scheißdreck an" was die SPD macht- soll sich liebe um seine Korruptionshochburg Bayern kümmern.

  • „Sonst machen wir uns in der ganzen Welt lächerlich“

    lol, muss ausgerechnet ein Seehofer als Amigo-Vertreter, Herr über Psychiatrie und Banken-Charmeuer von sich geben.

  • Aber Herr Seehofer, laecherlich machen sich die gesamten deutschen Witzfiguren in der deutschen Regierung und im Parlament!
    Wahlmanipulation und/oder Dilletantismus, schlimmer als im tiefsten Afrika!
    Neuer Fall: Im Aufzug der Uni Duisburg-Essen 36 Saecke mit Stimmzetteln "verloren" gegangen!
    Schauen sie besser mal in Bayern nach, wo da die Stimmzettel, ausser denen fuer die CSU und CDU geblieben sind!

  • Ihr versteht das nicht. Das war doch alle Taktik
    vom Horst. Betreuungsgeld einführen und Maut fordern,
    damit er es in den Koalitionsverhandlungen opfern
    kann. Das was er wirklich will, kann er dann umso einfacher durchsetzen.

  • Hallo Uli...

    ihre Argumentation ist ja wohl nur von Ihnen selbst nachzuvollziehen... bei Neuwahlen kommt Ihre Erwartung ja wohl kaum zum Zuge..
    Erstens hat die CDU die maximal mögliche Mobilisierung erreicht... das heißt mehr wie die 41,5 sind bei Neuwahlen nicht drin... Zweitens die FDP hat völlig fertig.. denn die Maximal 41,5% CDUler werden wieder CDU wählen und noch ein paar der FDPler auch um eine absulute Mehrheit erreichen zu können.. wie vorhergesagt wird das aber nicht reichen.
    Drittens wer soll die SPD denn wegen Verweigerung denn noch mehr abstrafen? Sie wurde ja nicht von verirrten CDUlern oder FDPlern gewählt .. die Wählen Ihre FDP wieder .. das gleiche gilt für die Grünen und die Linken.
    Viertens es werden noch mehr ehemalige Nichtwähler aus dem "nahen Osten" der AfD zuströmen, da die Schlechtprognostizierung der Medien jetzt nicht mehr die Mär der verlorenen Stimme stützt .. es sind nur 0,3% noch zu holen. Fünftens die FDP verkümmert zur Kleinstgruppierung unter 3% denn niemand der Sie jetzt schon nicht mehr gewählt hat will Sie wieder haben..

    Was soll der SPD also wirklich schlimmeres passieren als es jetzt war (haben ja kümmerliche 3% der verlorenen 11% nur zurückgeholt?

    Also SPD bleib wacker, zwinge Merkel in eine Minderheitenregierung ... dann scheitert Sie am Bundesrat.. nach spätestens einem Jahr wird die Wirtschaft sie zum Rücktritt zwingen

    Oder verlangt einfach dass die CDU die in vielen Forenbeiträgen hier wechselseitig als Mutti, Zonenwachtel, IM Erika etc. bezeichnete einfach als Kanzlerin zurückzieht und vieleicht den Horsti als Kanzler nominiert oder Bosbach oder gar Heiner Geißler .. als einfachen Preis für die große Koalition... Das wäre doch ein Spaß ... und die ganz große Mehrheit in Deutschland (jedenfalls die 53,7% die nicht CDU und FDP gewählt haben) würden Euch das bei der nächsten Wahl bestimmt honerieren ... Denn die wollten A.Merkel nicht!!!!


  • Mal schauen, was nach den Koalitionsverhandlungen von Horstels Betreuungsgeld, Maut, Mindestlohn übrig bleibt...:-)

    Der soll sich schon mal eine Stelle am Starnberger See aussuchen...am besten in den Nähe von Ludwig den II.....:-)

    Dann haben die Bayern dort einen echten Wahlfahrtsort ! :-)
    .
    .

  • Wenn etwas lächerlich ist, dann eine PKW-Maut für Ausländer fordern.

  • @ Harlemjump

    - und das muss ausgerechnet ein Gehirnloser von sich geben ? Wirklich LACH !!!

  • @vitalis
    Es sollen 26 Säcke in Essen gefunden worden sein.
    Wieviel es sonst sind, habe ich keine Information.

    Besonders interessant würde es, wenn es sich bei den Essener Säcken um Briefwahlstimmen aus Frankfurt handeln würde.


  • lach!!!

    wenn Sie sich doch mal einen Spiegel vorhalten würden.

    In 100 Ihrer Kommentare stecken weniger als 1% Gehirn als in diesem einen von Uli.

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